4. Dezember 2019 14:42

Kultur

Museum Joanneum 2020: 25 Ausstellungen und eine Schließung

25 neue Sonderausstellungen sind 2020 in den Häusern des Universalmuseums Joanneum zu sehen. Bill Fontana wird mit einer Einzelausstellung im Kunsthaus zu erleben sein, Herbert Brandl bekommt im Sommer eine Personale, die Neue Galerie untersucht den Einfluss der Musik auf das Schaffen von Günter Brus - und das Volkskundemuseum wird im Jänner für knapp eineinhalb Jahre geschlossen.

Im März 2020 zeigt der amerikanische Klangkünstler Bill Fontana im Kunsthaus Graz und in der Stadt zwei für die jeweiligen Orte geschaffene Live-Installationen, hieß es am Mittwoch bei der Präsentation des Jahresprogramms in Graz mit den beiden Geschäftsführern des Universalmuseums, Wolfgang Muchitsch und Alexia Getzinger. 1988 sandte der kalifornische Künstler mit seiner Klangarbeit "Sonic Projections from Schloßberg" Naturklänge aus der ganzen Welt vom Schloßberg in die Stadt. In einem "Reenactment" wird die mehr als 30 Jahre alte Installation für die Stadt, die sich in diesem Zeitraum auch akustisch verändert hat, adaptiert, wie Kuratorin Katrin Bucher Trantow schilderte. Im Kuppelraum des Kunsthauses wird zeitgleich bis Anfang Juni Fontanas Installation "Primal Energies" zu erleben sein. Sie mache erneuerbare Energien über "multidimensionale Klangteppiche und Bildmontagen im Raum als physischen Eingriff erfahrbar".

Parallel dazu wird in Kooperation mit der Kestner Gesellschaft Hannover im Kunsthaus eine Gruppenausstellung der amerikanischen Kunsthochschule "California Institute of the Arts" (CalArts) gezeigt. Die Ausstellung unter dem Titel "Wo Kunst geschehen kann" möchte eine multiperspektivische Sicht auf die legendären Gründungsjahre der Schule an der u.a. Allan Kaprow, John Baldessari oder Alison Knowles lehrten, geben, wie Bucher Trantow erläuterte.

Das Oeuvre des vor 60 Jahren in Graz geborenen und in Wien lebenden Künstlers und ehemaligen "Jungen Wilden", Herbert Brandl, wird Anfang Juli in einer umfassenden Ausstellung im Kunsthaus Graz zu erleben sein. Erstmalig will man Brandls wichtigste Werkgruppen, zwei- und dreidimensionale Arbeiten und seine Sammlungen von Mineralien, japanischen Messern, Teppichen sowie von Werken anderer Künstler, in einer Schau zusammenführen und bewusst in Beziehung setzen. Kuratiert wird die Ausstellung von Barbara Steiner.

Bereits im Februar wird in der Schau "Der ferne Klang" in der Neuen Galerie Graz einem bisher unbeachtet gebliebenen Aspekt des Schaffens von Günter Brus nachgegangen: Dem Einfluss von Musik und akustischen Wahrnehmungen als Quelle der Inspiration. Gezeigt werden Arbeiten von den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart, kündigte Kurator Roman Grabner an. Im März folgt in der Neuen Galerie eine von Gudrun Danzer kuratierte Ausstellung, die sich den Künstlerinnen aus der Steiermark von etwa 1850 bis 1950 widmet. "Es ist doch erstaunlich, dass es bisher keine Zusammenschau des weiblichen Kunstschaffens in der Steiermark für diesen Zeitraum gibt", hob die Kuratorin hervor. Im April wird - sozusagen als Teil zwei - eine Auswahl aus dem neueren und neuesten Kunstschaffen heimischer Künstlerinnen unter dem Titel "Aspekte des Weiblichen in der zeitgenössischen Kunst" zu sehen sein.

Frauen stehen 2020 auch im Jagdmuseum Stainz im Mittelpunkt: Hier will man - ausgehend von der mythologischen Geschichte der großen Jägerin Diana der Frage nachgehen, welche Rolle Frauen im Jagdgeschehen spielen. Umrahmt wird die Sonderausstellung vom Zyklus "Diana und Aktäon des steirischen Künstlers Gerald Brettschuh", schilderte Karlheinz Wirnsberger vom Jagdmuseum.

"Der große Tod" mit Druckgrafik von Stefano della Bella und Jacques Callot aus dem 17. Jahrhundert, wird in der Alten Galerie in Schloss Eggenberg ab Mai zu sehen sein, römische Funde vom Schöckl wird das Münzkabinett im Schloss zeigen und "Sklavenjäger und Viehhalter" stellt im Naturkundemuseum das Leben der Ameisen in den Mittelpunkt. Das Museum für Geschichte bereitet eine Ausstellung zur Sammlung Kubinzky vor. Der Grazer Historiker und Geograf, der 2020 seinen 80. Geburtstag feiert, hat im Vorjahr eine Sammlung mit mehr als 100.000 Fotografien, Ansichtskarten, Stadtplänen zur Geschichte von Graz und der steirischen Regionen übergeben.

Auch eine zeitweise Schließung wird es am Universalmuseum geben: Das Volkskundemuseum wird im Jänner geschlossen und soll nach einer grundlegenden Neukonzeptionierung und Neuaufstellung im April 2021 wiedereröffnet werden, wie Chefkuratorin Birgit Johler vorausblickte.

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