9. März 2020 16:26

Chronik

Nach Revolte Gefängnis in Modena geräumt

Nach einer Revolte im Gefängnis der norditalienischen Stadt Modena mit sechs Todesopfern und vier Schwerverletzten muss die verwüstete Strafanstalt geräumt werden. Die circa 570 Insassen wurden auf andere Strafanstalten verlegt, berichteten italienische Medien. Dutzende Busse mit Insassen an Bord verließen die Strafanstalt.

Die Insassen hatten am Sonntag ihre Matratzen in Brand gesetzt und das Gefängnis verwüstet. Sie drangen in das Büro des Direktors ein und verbrannten Dokumente. Schon seit Monaten gab es Proteste wegen des Überbelags in der Strafanstalt.

Unterdessen stiegen Insassen des Mailänder Gefängnisses San Vittore auf das Dach der Justizanstalt und forderten eine Amnestie angesichts der Coronavirus-Epidemie in Italien. Proteste gab es auch in den römischen Strafanstalten Rebibbia und Regina Coeli, wo Matratzen und Decken in Brand gesetzt wurden. Die Gewerkschaft der Gefängniswächter sprach von einer organisierten Aktion in ganz Italien.

Einige der 50 Insassen, die am Montag von der Strafanstalt im süditalienischen Foggia geflüchtet waren, überfielen und beraubten einen Automechaniker. Nach der Flucht der Sträflinge wurde das Gefängnis aus Sicherheitsgründen geschlossen.

In circa 30 Haftanstalten Italiens kam es nach Angaben der Justizgewerkschaft des Gefängnispersonals zu Protesten gegen die neuen Corona-Maßnahmen, zu denen unter anderem ein Besuchsverbot und Beschränkungen für Freigänger gehören. Vor vielen Gefängnissen versammelten sich am Montag wütende Angehörige, die Auskunft über das Schicksal der Insassen verlangten.

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