5. Januar 2020 11:05

Kultur

"Nasser Limes" der Römer soll Weltkulturerbe werden

Vor 2.000 Jahren waren römische Soldaten allgegenwärtig im Rheinland, zumindest am linken Ufer des Flusses: Der Niedergermanische Limes zwischen der Nordsee bei Katwijk in den Niederlanden und Bad Breisig südlich vom deutschen Bonn war eine der wichtigsten Außengrenzen des Römischen Imperiums: Es war der Rhein in seinem damaligen Verlauf.

Jetzt wollen die Niederlande und die deutschen Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erreichen, dass der Niedergermanische Limes aus der Römerzeit ins Weltkulturerbe aufgenommen wird. Am Donnerstag (9. Jänner) soll der Antrag bei der UNESCO in Paris eingereicht werden. Schon im Juli 2021 könnte die Entscheidung fallen.

Bis zu 30.000 Soldaten hatten die Römer am "nassen Limes", dem Rhein, stationiert. Seitdem der Feldherr Varus im Jahr 9 nach Christus eine Schlacht mit 20.000 Soldaten gegen Cheruskerfürst Arminius verloren hatte, blieben die Römer meist auf der sicheren Seite des Flusses. Gemeinhin wird die Schlacht in den Teutoburger Wald verortet, mittlerweile wird jedoch eher die Region Kalkriese nördlich von Osnabrück als Ort der Schlacht angenommen.

Heute noch sind der Statthalterpalast der Provinzhauptstadt in Köln oder die Überreste der römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana bei Xanten Publikumsattraktionen. In Neuss und Bonn sind die Straßen der Legionslager noch im Stadtbild sichtbar.

Der "nasse Limes", der in das UNESCO-Welterbe kommen soll, ist das Verbindungsstück zwischen zwei römischen Grenzen, die bereits geschützt sind. In England sind es der Hadrianswall und der Antonine Wall. In Deutschland ist es der Obergermanisch-Raetische Limes, der südlich von Bonn beginnt, 550 Kilometer lang ist und bis in die Nähe von Regensburg reicht.

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