20. Dezember 2019 12:03

Politik

"Ocean Viking" rettet 112 Menschen aus dem Mittelmeer

Das norwegische Rettungsschiff "Ocean Viking" hat am Freitag 112 Menschen vor der Küste Libyens gerettet. Die Migranten befanden sich an Bord eines Schlauchbootes, das 34 Seemeilen von der Küste Libyens entfernt Luft verlor, wie die Nichtregierungsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen, Betreiber des Schiffes, am Freitag auf Twitter mitteilten.

An Bord des Schlauchbootes befanden sich 38 Minderjährige, darunter ein drei Monate altes Baby, und 24 Frauen, darunter drei Schwangere. "Alle sind jetzt sicher an Bord der Ocean Viking", berichteten die NGOs.

Ein Gericht in Palermo hatte am Donnerstag die Freigabe des Rettungsschiffes "Sea-Watch 3" beschlossen. Das von der deutschen NGO Sea-Watch betriebene Schiff war beschlagnahmt worden, nachdem die deutsche Kapitänin Carola Rackete im Juni ohne Genehmigung im Hafen Lampedusa eingefahren war.

Ein Menschenrechtssprecher der Vereinten Nationen kritisierte indes die Rückführung von Asylsuchenden nach Libyen. Die von der Europäischen Union unterstützte libysche Küstenwache fing von Jänner bis November mehr als 8.600 Migranten ab, die von Nordafrika über das Mittelmeer nach Europa wollten.

Rund 14.500 Menschen erreichten Italien und Malta nach Angaben der Organisation für Migration (IOM) in diesem Jahr bis 18. Dezember über die zentrale Mittelmeerroute. Vor einem Jahr waren es in demselben Zeitraum gut 24.000 Menschen gewesen. Gut 60.000 Migranten kamen über Griechenland nach Europa - fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr - und rund 25.000 über Spanien. Insgesamt waren es mit Ankömmlingen auf Zypern bis 18. Dezember knapp 107.000 Migranten, nach knapp 113.000 in demselben Zeitraum 2018.

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