30. Dezember 2019 09:43

Politik

Öffentlicher Schuldenstand im dritten Quartal gesunken

Österreich hat im dritten Quartal erneut Schulden abgebaut. Die Staatsverschuldung betrug Ende September 281,4 Milliarden Euro oder 71,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Damit lag die Staatsverschuldung um 7,2 Mrd. Euro unter dem Wert am Ende des Vorjahresquartals, die Schuldenquote fiel in diesem Zeitraum um 4,5 Prozentpunkte. Das teilte die Statistik Austria am Montag mit.

Im Vergleich zum Ende des Vorquartals 2019 fiel der öffentliche Schuldenstand um 274 Mio. Euro. Die Quote (öffentliche Schulden im Verhältnis zum BIP) reduzierte sich um 0,6 Prozentpunkte des BIP, hieß es weiter. Diese Reduktion in absoluten Zahlen könne vor allem dem Bundessektor zugeschrieben werden, der seine Verbindlichkeiten um etwa 635 Mio. Euro verringern konnte, so die Statistik Austria.

Im Bundessektor wurden im 3. Quartal 2019 einerseits die Verbindlichkeiten aus dem Bankenpaket weiter reduziert, anderseits kam es bei der Kerneinheit Bund (Bund ohne außerbudgetäre Einheiten) insgesamt zu einem Rückgang an Verpflichtungen, was sich vor allem auf einen stärkeren Anstieg der Forderungen des Bundes und somit einen höheren Konsolidierungsbeitrag zurückführen lässt. Darüber hinaus gab es einen leichten Anstieg an Verbindlichkeiten im Landessektor und im Gemeindesektor. In diesen beiden Teilsektoren konnten vermehrt Gläubigerwechsel von Finanzinstituten zur Kerneinheit Bund beobachtet werden. Das führte auch zu einem Anstieg der intergovernmentalen Forderungen des Bundes.

Da bei der Berechnung des öffentlichen Schuldenstands die Forderungen gegenüber anderen staatlichen Stellen abgezogen werden ("intergovernmentale Forderungen" bzw. "konsolidierte Darstellung"), sind bei der Interpretation der Veränderung des Schuldenstands sowohl die Entwicklung der Verbindlichkeiten als auch der intergovernmentalen Forderungen zu berücksichtigen, machte die Statistik Austria aufmerksam. Das gelte sowohl für den Staat insgesamt als auch für die Beiträge der einzelnen Teilsektoren zum öffentlichen Schuldenstand.

Ohne die Sondereffekte des Bankenpakets würde die Schuldenquote ab Ende des 2. Quartals 2019 erstmals seit Ende des 4. Quartals 2008 wieder unter 70% des BIP liegen. Von der Art der Verschuldung entfielen 235,9 Mrd. Euro auf Anleihen, 43,9 Mrd. Euro auf Kredite und 1,7 Mrd. Euro auf Einlagen.

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