15. Oktober 2019 11:13

Politik

Ordensspitäler hinterlassen 2 Milliarden Euro "Fußabdruck"

Die österreichischen Ordensspitäler sind mit rund zwei Milliarden Euro für ein knappes Prozent der österreichischen Wirtschaftsleistung verantwortlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Wirtschaftsberatungsunternehmens CBSC, die Christian Helmenstein vom Economica-Institut am Dienstag präsentierte. Helmenstein sprach sich auch für mehr Investitionen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten aus.

Den größten Anteil an den 2,04 Milliarden Euro hat die Wertschöpfung der 23 Ordensspitäler selbst. Mit rund 24.000 Beschäftigten erzeugen die Spitäler einen Wert von rund 960 Millionen Euro pro Jahr. Der überwiegende Teil wird aus Gehältern des Personals errechnet. Weitere rund 280 Millionen Euro kommen durch Vorleistungen in anderen Unternehmen mit rund 10.000 Beschäftigten zustande. Etwa durch die Erzeugung medizinischer Geräte. Für die restlichen 800 Millionen Euro sind "Kaufkrafteffekte" verantwortlich: verdientes Geld der Beschäftigten, das diese in anderen Wirtschaftssektoren, etwa im Handel, ausgeben. Davon profitieren wiederum gut 14.500 Beschäftigte in eben jenen Branchen, in denen das zusätzliche Geld ausgegeben wird. Der "ökonomische Fußabdruck" der Ordensspitäler, wie Helmenstein die zwei Milliarden benennt, steht daher für insgesamt rund 48.814 Arbeitsplätze.

Darüber hinaus wirken Krankenhäuser laut Helmenstein, der auch Chefökonom der Industriellenvereinigung (IV) ist, "konjunkturstabilisierend". Menschen würden krank, unabhängig davon ob die Wirtschaft gut laufe oder nicht. Die Nachfrage nach Gesundheit bleibe daher gleich. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es sinnvoll, in die Gesundheit zu investieren. Nicht nur der Gesundheit wegen, sondern auch weil die zuvor genannten Kaufkrafteffekte für mehr Arbeitsplätze und Konsumnachfrage sorgen würden. Der Sprecher der Österreichischen Ordensspitäler, Michael Heinisch, stimmte mit ein: "Wenn man investiert, schafft man nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Gesundheit." In der Studie wurde die Wirkung von Investitionen im Gesundheitsbereich geschätzt. Eine Million Euro würde demnach 11 neue Arbeitsplätze schaffen.

Die Studie wurde vom jetzigen Vizegouverneur der österreichischen Nationalbank, Gottfried Haber, in seiner früheren Funktion als Präsident des Fiskalrates erstellt. Aufgrund seiner neuen Tätigkeit könne er diese aber nicht mehr selbst präsentieren, begründete Helmenstein seine eigene Anwesenheit.

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