28. Dezember 2018 16:58

Politik

Palästinenser bei Protesten an Gaza-Grenze getötet

Bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten an der Grenze zum Gazastreifen ist am Freitag nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza ein Palästinenser getötet worden. Sechs weitere Menschen seien verletzt worden. Eine israelische Armeesprecherin in Tel Aviv sagte, mehr als 5000 Palästinenser hätten sich entlang der Grenze zu Protesten versammelt.

Es seien Steine und Sprengsätze in Richtung der Soldaten geworfen worden. Diese hätten mit Mitteln zur Auflösung von Demonstrationen und in einigen Fällen mit scharfer Munition reagiert.

Vor einer Woche waren bei ähnlichen Vorfällen vier Palästinenser getötet worden. Die militanten Palästinenserorganisationen in dem Küstenstreifen hatten danach mit einer harten Reaktion gedroht, sollte es an diesem Freitag erneut Tote geben.

Nach Angaben der israelischen Polizei schickten Palästinenser am Freitag noch vor Beginn der Proteste erneut Brandballons über die Grenze nach Israel. In den vergangenen Monaten hatten solche Flugobjekte immer wieder Brände im Grenzgebiet ausgelöst.

Seit Ende März sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza bei Protesten an der Gaza-Grenze 246 Palästinenser getötet und Tausende verletzt worden.

Die Demonstranten fordern ein Rückkehrrecht palästinensischer Flüchtlinge in das Gebiet des heutigen Israel. Außerdem wollen sie ein Ende der seit mehr als einem Jahrzehnt andauernden Blockade des Palästinensergebiets am Mittelmeer erreichen, die von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Blockade mit Sicherheitsinteressen.

Im Gazastreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Strom. Die im Gazastreifen herrschende Hamas wird von der Europäischen Union, Israel und den USA als Terrororganisation eingestuft und hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahne geschrieben.

© APA
2019 © PULS 4 TV GmbH & Co KG | IMPRESSUM | DATENSCHUTZ