14. Oktober 2019 15:11

Politik

Papst nahm Rücktritt von Vatikan-Sicherheitschef an

Papst Franziskus hat am Montag den Rücktritt des vatikanischen Sicherheitschefs Domenico Giani angenommen. Giani, der seit 20 Jahren die vatikanische Gendarmerie leitet, hatte in den vergangenen Tagen dem Papst ein Rücktrittsschreiben eingereicht.

Giani, der für die Sicherheit des Papstes und im Vatikan zuständig war, ist wegen eines Steckbriefs, adressiert an Vatikan-Mitarbeiter sowie die Schweizergarde, unter Druck geraten. Darin wurde berichtet, dass fünf Personen - jeweils abgebildet mit Foto - bis auf weiteres "vorsichtshalber vom Dienst suspendiert" sind. Dabei handelt es sich um den Bürochef für Information und Dokumentation im Staatssekretariat, den Direktor der AIF, zwei Mitarbeiter und eine Angestellte des Staatssekretariats. Der Papst sei wütend, dass die Namen der fünf verdächtigten Vatikan-Mitarbeiter an die Medien gelangt seien.

Giani erklärte, er sei Franziskus zutiefst dankbar, da er die "Loyalität und Treue" anerkannt habe, mit dem er dem Heiligen Vater in 20 Jahren gedient habe. "Das hilft mir, nach dieser außerordentlichen Erfahrung im Vatikan mit Ausgewogenheit der Zukunft entgegenzublicken", so Giani in einem am Montag veröffentlichten Abschiedsschreiben.

Papst Franziskus hat inzwischen eine Untersuchung im Vatikan eingeleitet, um festzustellen, wer das Dokument der vatikanischen Gendarmerie über verdächtige Immobilientransaktionen in London veröffentlicht hat. Das vertrauliche Dokument, das nicht an die Öffentlichkeit hätte gelangen sollen, war am 2. Oktober vom italienischen Nachrichtenmagazin "L'Espresso" gedruckt worden.

Das Magazin hatte auch die Bilder von fünf angeblich in dem Skandal um intransparente Immobiliengeschäfte verdächtigten Vatikan-Mitarbeiter veröffentlicht. Dies gleiche einer "Todsünde", da man damit die Würde der betroffenen Personen und das Prinzip der Unschuldsvermutung verletzt habe, hieß es in einer Presseaussendung des Vatikans am Samstagabend, mit der die Einleitung der Untersuchung angekündigt wurde. Laut italienischen Medien wird Giani verdächtigt, das vertrauliche Dokument "L'Espresso" zugespielt zu haben.

Nach einer Razzia im Vatikan sind Anfang Oktober fünf Mitarbeiter suspendiert worden, darunter der Direktor der Finanzaufsicht AIF. Anlass der Durchsuchungen seien Immobiliengeschäfte im Ausland, hauptsächlich in der britischen Hauptstadt London, gewesen, berichtete das italienische Magazin "L'Espresso". Der Vatikan selbst bestätigte lediglich die Beschlagnahmung von "Dokumenten und elektronischen Geräten" im Staatssekretariat und bei der Finanzaufsicht des Vatikan.

© APA