1. Januar 2020 11:49

Politik

Papst verurteilt zu Jahresbeginn Gewalt gegen Frauen

Papst Franziskus hat zu Jahresbeginn am Hochfest der Gottesmutter Maria und anlässlich des Welttages für den Frieden jegliche Form von Gewalt gegen Frauen verurteilt. Wenn man Menschlichkeit auf der Welt fördern wolle, müsse man vom Respekt für die Frauen beginnen.

Frauen seien die Quelle des Lebens. Sie würden jedoch beleidigt, geschlagen, vergewaltigt, zur Prostitution und zur Tötung des Lebens gezwungen, das sie in ihrem Leib tragen, betonte der Papst. "Jede Form von Gewalt, die einer Frau zugefügt wird, ist eine Schändung Gottes", sagte Franziskus. Er rief zur stärkeren Einbindung der Frauen bei Entscheidungsprozessen auf.

"Wenn wir wollen, dass die Welt eine bessere Welt, ein Haus des Friedens und nicht des Krieges ist, muss uns die Würde jeder Frau am Herzen liegen", betonte Franziskus. Die Kirche sei aus mehreren Strukturen zusammengesetzt, im Herzen sei sie jedoch eine "Mutter".

Papst Franziskus hat zugleich in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag zu Neujahr alle Menschen guten Willens aufgerufen, die Hoffnung auf eine bessere Welt nicht fallen zu lassen. In seiner Botschaft forderte er auch ein gerechteres Wirtschaftssystem und eine "ökologische Umkehr". Er verurteilte zugleich die Politik der nuklearen Abschreckung. "Jeder Krieg entpuppt sich in Wirklichkeit als Brudermord, der das Projekt der Brüderlichkeit selbst zerstört, das der Berufung der Menschheitsfamilie eingeschrieben ist", heißt es in der Botschaft, die der Papst regelmäßig zum Weltfriedenstag veröffentlicht, den die katholische Kirche am 1. Jänner begeht.

Frieden und internationale Stabilität dürften nicht auf der Angst einer gegenseitigen Zerstörung aufgebaut werden. "Daher dürfen wir uns nicht einbilden, dass wir die Stabilität in der Welt durch die Angst vor der Vernichtung aufrechterhalten können; ein solches höchst instabiles Gleichgewicht steht am Rande des nuklearen Abgrunds", schrieb der Papst. Er erinnerte dabei an seine jüngste Reise nach Japan und die Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki 1945.

Papst Franziskus entschuldigte sich beim Angelus-Gebet zu Neujahr dafür, dass er mit einer Gläubigen die Geduld verloren habe. "Oft verlieren wir die Geduld. Ich entschuldige mich wegen des schlechten Beispiels von gestern", sagte der Heilige Vater.

Franziskus bezog sich auf seine Reaktion auf eine asiatische Gläubige, die am Samstagnachmittag auf dem Petersplatz seine Hand genommen und versucht hatte, den Papst in ihre Richtung zu zerren. Um sich aus dem Griff zu befreien, klopfte der Papst entschlossen auf die Hand der Frau. Das Video mit dem Vorfall im Internet löste unterschiedliche Reaktionen aus. Der Vorfall ereignete sich nach der traditionellen Vesper zum Jahresabschluss am Dienstag im Petersdom, als der Papst die Krippe auf dem Petersplatz besichtigte.

Beim Angelus-Gebet rief Franziskus die Gläubigen auf, nicht der Versuchung des Stolzes nachzugeben. Es sei wichtig, stets den Dialog mit den Mitmenschen offen zu halten.

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