28. November 2018 14:54

Politik

Primärversorgungseinheiten - Umsetzung geht langsam voran

Primärversorgungseinheiten (PVE) sollen in Zukunft mit Ärzten und Angehörigen anderer Gesundheitsberufe einen Teil der medizinischen Versorgung übernehmen. Der Ausbau von geplanten 75 dieser Einrichtungen in ganz Österreich geht langsam voran. Es gibt solche Zentren vorerst in vier Bundesländern, hieß es am Mittwoch bei der Vorstellung der ersten niederösterreichischen PVE in Böheimkirchen.

Der volle Ausbau ist bis 2021 geplant. In Oberösterreich sind bereis vier PVE in Betrieb (zwei in Umsetzung), insgesamt sollen es dort 13 werden. Dem Zentrum in Böheimkirchen (NÖ), das seit 1. Oktober in Betrieb ist, sollen Anfang 2019 zwei weitere in Schwechat bzw. St. Pölten folgen. In Niederösterreich will man auf 14 kommen. Von den geplanten 16 PV-Einheiten arbeiten in Wien derzeit zwei, vier weitere sind in Umsetzung.

Die Steiermark hat bisher ein PV-Zentrum in Weiz, am 1. Dezember eröffnet ein weiteres in Graz St. Leohnhard (elf insgesamt geplant). Salzburg setzt vorerst auf ein PV-Netzwerk im Tennengau (insgesamt fünf PVE vorgesehen). In Kärnten soll es fünf geben, wovon drei PVE am Beginn der Einrichtung stehen. Im Burgenland soll im Raabthal im kommenden Jahr ein Netzwerk als Verein gegründet werden (drei Einrichtungen vorgesehen). Vorarlberg (drei PVE vorgesehen) wartet auf den noch ausständigen bundesweiten Kassen-Gesamtvertrag für die Primärversorgungszentren. In Tirol mit sechs geplanten Einrichtungen befinden sich bisher zwei Netzwerke (Osttirol sowie Innsbruck-Umgebung/Mittelgebirge).

"Derzeit wird die allgemeinmedizinische Versorgung in Österreich von ca. 4.000 niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten mit Kassenverträgen sichergestellt. In der teambasierten Primärversorgung erfährt diese Aufgabe nun eine Erweiterung durch das neue Modell der Primärversorgungseinheit (PVE)", hieß es bei der Besichtigung des PVE in Böheimkirchen, an der auch Alexander Biach, Chef des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, und Jan Pazourek, Generaldirektor der NÖ-GKK, teilnahmen. Hausärzte sollen dort mit anderen Gesundheits- und Sozialberufen eng zusammenarbeiten, sei es in einem Zentrum oder in einem Ordinationsnetzwerk.

"Es wird dadurch eine umfassende, wohnortnahe Versorgung mit erweiterten Öffnungszeiten geboten. Das Leistungsspektrum der PVE reicht von der Akutversorgung bis hin zur Versorgung chronisch Kranker, sowie von psychosozialer Betreuung bis zu gesundheitsfördernden Maßnahmen und Prävention. Dabei wird die Teamarbeit und eine gemeinsame Patientenbetreuung besonders groß geschrieben", wurde betont.

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