15. Oktober 2019 13:16

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Prinz William und Kate besuchten Mädchenschule in Pakistan

Mit einer demonstrativen Unterstützung für die Mädchen- und Frauenbildung haben Prinz William und seine Frau Kate den offiziellen Teil ihres Pakistan-Besuchs begonnen. Die 37-jährige Nummer zwei der britischen Thronfolge und die Herzogin von Cambridge setzten sich am Dienstag in den Mathematik-Unterricht einer Mädchenschule in Islamabad und halfen einigen Schülerinnen bei der Lösung von Aufgaben.

Das berichtete die Leiterin einer unabhängigen Bildungsinitiative, Khadija Bakhtiar. "Es war ein netter Besuch; beide wollten sich so normal wie möglich mit den Schülerinnen austauschen", sagte Bakhtiar. Nach dem kurzen Aufenthalt in der staatlichen Volks- und Oberschule reiste das Paar zum Besuch einer Naturschutz-Einrichtung in die Himalaya-Ausläufer am Rand der pakistanischen Hauptstadt weiter. Anschließend war ein Treffen mit Premierminister Imran Khan geplant, einem Freund von Williams verstorbener Mutter Diana.

In Pakistan geht fast die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen im schulfähigen Alter - rund 23 Millionen - nach Angaben des UNO-Kinderhilfswerks (UNICEF) nicht in die Schule. Besonders betroffen sind in dem konservativen und patriarchalisch geprägten, muslimischen Land die Mädchen: Laut Zahlen des Finanzministeriums konnte im Jahr 2015 weniger als die Hälfte der Frauen lesen und schreiben; 71 Prozent der Männer hingegen konnten das Lesen und Schreiben.

William und Kate waren am Montagabend zu einem fünftägigen Besuch in Pakistan eingetroffen, dem nach Angaben des Kensington Palasts bisher "aufwendigsten" Auslandsbesuch des Paares. Aus Sicherheitsgründen wird das Programm weitgehend geheim gehalten, zudem gelten massive Sicherheitsvorkehrungen.

Zuletzt hatten Williams Vater, Prinz Charles, und dessen Frau Camilla 2006 das südasiatische Land besucht. Auch Williams Mutter, Prinzessin Diana, hielt sich 1991 zu einem offiziellen Besuch in Pakistan auf, später half sie Imran Khan und dessen Frau, Spenden für ein Krebs-Krankenhaus in Lahore zu sammeln. Lahore steht ebenfalls auf dem Besuchsprogramm von William und Kate.

Am ersten Tag ihres fünftägigen Besuchs in Pakistan treffen der britische Prinz William und seine Frau Herzogin Kate führende Politiker. Geplant sind Gespräche mit Premierminister Imran Khan und Präsident Arif Alvi, wie Behörden des südasiatischen Landes am Dienstag mitteilten. Weitere Einzelheiten zu den Treffen gab es aus Sicherheitsgründen nicht.

Das royale Paar werde auch an einer Wohltätigkeitsveranstaltung für Jugendliche teilnehmen, erklärte das pakistanische Außenministerium. Es werde erwartet, dass William und Kate bei dieser Gelegenheit eine Rede hielten.

Am Montagabend empfingen mehrere Minister, Diplomaten und Regierungsbeamte das Paar auf dem Luftwaffenstützpunkt Nur Khan. Bei der Ankunft trug Kate ein knöchellanges hellblaues Kleid mit Wasserfallkragen und langen Ärmeln, kombiniert mit einer hellblauen Hose und hautfarbenen Pumps. Ihr Mann Prinz William entschied sich für einen schlichten dunklen Anzug mit dunkelblauer Krawatte. Mehr als tausend Soldaten und Polizisten waren in einer hochgesicherten roten Zone in der Hauptstadt Islamabad im Einsatz, wo das Paar nach dessen Ankunft in der Nacht auf Dienstag untergebracht war.

Nach dem Tag in Islamabad geht es für das Paar nach Lahore im Osten des Landes. Dort steht ein Besuch einer Moschee aus dem siebzehnten Jahrhundert und einer Festung auf dem Programm. Am Donnerstag besuchen William und Kate die nördliche Bergstadt Chitral, um mehr darüber zu erfahren, wie die dortigen Gemeinden mit den Herausforderungen des Klimawandels umgehen.

Aus Sicherheitsgründen wird der genaue Reiseplan des royalen Paares weitgehend unter Verschluss gehalten. Einzelheiten sollen nur tageweise bekanntgegeben werden.

Pakistan und Großbritannien verbindet eine lange gemeinsame Vergangenheit. Das 1947 gegründete Land mit inzwischen knapp 200 Millionen Einwohnern ging aus der Kolonie Britisch-Indien hervor. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wanderten viele Pakistaner nach Großbritannien aus. Dort bilden sie die zweitgrößte ethnische Minderheit nach den Einwanderern aus Indien.

© APA