20. Oktober 2019 17:33

Sport

Rapid und Austria remisierten, Hartberg siegte in Tirol

Die Wiener Clubs Austria und Rapid haben sich am Sonntag in der Fußball-Bundesliga jeweils mit einem Punkt begnügen müssen. Im direkten Duell um Rang drei vergab Rapid mit einem 1:1 gegen den WAC die Chance, die Wolfsberger zu überholen. Die Austria verspielte beim 2:2 gegen den Tabellenletzten St. Pölten zweimal eine Führung. Hartberg sicherte mit einem 1:0 bei WSG Tirol Platz sechs ab.

Rapid und der WAC trennten sich in einem rassigen Sonntag-Schlager mit einem Remis. Taxiarchis Fountas (31.) brachte Rapid mit seinem achten Saisontor in Führung, Mario Leitgeb (64.) gelang nach der Pause per Kopf der Ausgleich. In einem Spiel mit elf Gelben Karten - darunter auch für WAC-Coach Gerhard Struber - war das Unentschieden am Ende verdient. Die Elf von Dietmar Kühbauer versuchte den Wolfsbergern von Beginn an die berühmte Schneid abzukaufen - und wandelte dabei an der Grenze zur Überhärte. Die Wiener gingen rustikal in die Zweikämpfe, Schiedsrichter Alexander Harkam ließ in der einen oder anderen Szene Milde walten.

Der übermotivierte Fountas war insgesamt die auffälligste Person am Spielfeld. Über ihn liefen alle gefährlichen Angriffe der Hütteldorfer. Der von Coach Struber in Bestformation aufgestellte WAC ließ sich von Rapids Aggressivität verunsichern. Einzig ein Kopfball von Mario Leitgeb nach einem Liendl-Freistoß (18.) bedeutete zunächst Gefahr im Strafraum der Hausherren. Im Angriff kamen Shon Weissman und Anderson Niangbo kaum zur Geltung.

Der WAC mühte sich, Linie ins Offensivspiel zu bringen. Die Lavanttaler offenbarten aber defensiv Lücken. Neben Fountas setzte sich auch Aliou Badji in Szene. Der Senegalese agierte im Abschluss aber zu überhastet, schoss auch in der 56. Minute am Tor vorbei. Bei einem Tackling von Lukas Schmitz gegen Stojkovic im WAC-Strafraum wurde zuvor nicht auf Elfmeter entschieden, obwohl der Deutsche seinen Gegenspieler im Rutschen getroffen hatte.

In einer nun deutlich weniger ruppigen Partie vermochte der WAC aus einer Standardsituation zurückzuschlagen. Schmid holte gegen Barac einen Freistoß nahe der Torlinie heraus, Liendls Maßflanke beförderte Leitgeb über die Torlinie. Rapid-Torhüter Richard Strebinger machte dabei nicht die beste Figur. Die Antwort Rapids hätte prompt kommen können: Fountas zog ab, WAC-Goalie Alexander Kofler verhinderte mit einer Fußabwehr einen sicher scheinenden Gegentreffer (66.). Beide Teams hätten am Ende den Dreier noch herausholen können. Die letzte Chance vergab Christopher Dibon für Rapid nach einem Eckball per Kopf (87.).

Die Austria ließ in St. Pölten einen Erfolg liegen. Christoph Monschein hatte die Austria mit seinem neunten Saisontor (5.) früh voran gebracht. Nach dem Ausgleich der Niederösterreicher durch Pak Kwang-ryong (59.) legte Alon Turgeman (67.) für die Wiener erneut vor. Durch Hartbergs Erfolg bei der WSG Tirol vergrößerte sich der Abstand der Austria auf Platz sechs auf drei Punkte. St. Pölten hält nun ebenso bei sieben Saisonzählern wie der Vorletzte Altach.

Den zweiten Siege in Folge einzufahren hatte sich die Austria zum Ziel gesetzt. Trainer Christian Ilzer baute seine Elf dafür erneut um. In der Abwehr-Dreierkette gab Michael Madl sein Comeback, in der Offensive sollten Alexander Grünwald und Dominik Fitz hinter der Doppelspitze mit Monschein und Turgeman für kreative Akzente sorgen. Schon eine der ersten Kombinationen ging auf: Grünwald fand Turgeman, der Monschein ins Spiel brachte. Dieser zögerte zwei Tage vor seinem 27. Geburtstag nicht lange und drosch den Ball mit links im Stil eines mit Selbstvertrauen ausgestatteten Spielers ins Kreuzeck.

St. Pölten, wo Nordkoreas Teamstürmer Pak rechtzeitig vor dem Spiel aus seiner Heimat zurückgekehrt war, konnte dem in der Anfangsphase wenig entgegensetzen. Die "Wölfe" boten dem Gegner Räume an. Fitz (9.) und Turgeman (12.) fanden Chancen auf das 2:0 für die Wiener vor. Danach war es mit dem Elan der Austria aber zu Ende. Nach einer Viertelstunde verflachte die Partie zunehmend.

Die Austria wachte nach dem Seitenwechsel auf, es sollte aber dennoch nicht reichen. Der eingewechselte Gartler traf per Elfer, nachdem James Jeggo Daniel Luxbacher im Strafraum gerempelt hatte. Die Austria hatte sich zuvor nicht befreien können. In der Nachspielzeit hätte es Monschein noch einmal richten können, Riegler ließ sich aber nicht überwinden.

Mit einem 1:0-(0:0)-Erfolg bei der WSG Tirol kehrte der TSV Hartberg auf die Erfolgsstraße zurück. Nach nur einem Punkt aus den jüngsten vier Partien sorgte das Goldtor von Rajko Rep (61.) wieder für einen vollen Erfolg, mit dem die Steirer in der Tabelle Platz sechs absicherten.

Bei höchst windigen Bedingungen am Innsbrucker Tivoli lieferten sich die beiden Teams nach verhaltenem Start vor der Pause einen Kampf auf Augenhöhe. Mit dem Herausarbeiten von Chancen tat man sich aber hüben wie drüben eher schwer. Die beste Möglichkeit fand Tirols Julian Gölles vor, sein Kopfball völlig frei stehend aus rund sechs Metern wurde aber zum Rohrkrepierer (26.).

Hälfte zwei begann mit einer guten Chance für Hartberg-Stürmer Dario Tadic, der etwas zu schlampig abschloss und an Ferdinand Oswald scheiterte (46.). Rund 25 ereignisarme Minuten und einen Abseitstreffer von Benjamin Pranter (53.) später war der WSG-Schlussmann aber geschlagen. Den nicht unhaltbaren Weitschuss von Rep aus 20 Metern konnte Oswald, der wohl auch schlechte Sicht hatte, nur ins eigene Tor lenken.

Hartberg suchte die Vorentscheidung. Zehn Minuten später war Oswald gegen Rep allerdings am Posten, zuvor rettete bei einem Schuss von Tomas Ostrak Aluminium (64.), und im Finish knallte Hartbergs Bakary Nimaga einen Köpfler an die Latte (87.). Insgesamt kam von den Hausherren zu wenig, um noch einen Punkt mitzunehmen.

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