25. November 2019 05:08

Sport

Rapids Heimbilanz nach 1:1 und "Horrorwoche" weiter mager

Weiter nur zwei Siege und magere neun Punkte aus acht Spielen: Durch das 1:1 im Schlager gegen Sturm Graz ist es Rapid auch am Sonntag nicht gelungen, die Heimbilanz in der Fußball-Bundesliga-Saison aufzufetten. Immerhin konnte der einen Zähler dahinter auf Rang fünf liegende Konkurrent aus der Steiermark auf Distanz gehalten werden. Zumindest ein Teilerfolg vor der Präsidentenwahl am Montag.

Es ist einer der spannendsten Tage in der Geschichte von Rapid. Erstmals stellen sich mit Martin Bruckner und Roland Schmid zwei Akteure einer Kampfabstimmung um das höchste Amt beim Rekordmeister und die Nachfolge von Michael Krammer. "Sicher ist es bei uns in der Kabine auch Thema gewesen, aber im Training oder im Spiel hat uns das nicht belastet", sagte Rapid-Kapitän Stefan Schwab.

Medial stand der Sport zuletzt klar im Schatten. "Im Moment ist rundherum alles nicht so ein Miteinander, deshalb ist es gut, dass das Thema bald erledigt ist. Spätestens ab Dienstag muss der Fokus wieder zu 100 Prozent auf dem Sport sein", verlautete Schwab. Bis zur Winterpause warten noch drei Aufgaben, die nächsten zwei sind mit dem Gastspiel beim Zweiten LASK und dem Derby gegen die Austria extrem wichtig.

Die Vorzeichen für Rapid stehen aber nicht gut. Mit den beiden Rechtsverteidigern Filip Stojkovic (Bauchmuskel) und Stephan Auer (Oberschenkel) sowie Innenverteidiger Mateo Barac (Knöchel) schieden gegen Sturm drei Defensivkräfte aus. Offensivspieler Kelvin Arase musste in der Abwehr aushelfen. Unter der Woche waren bereits die langfristigen Ausfälle von Philipp Schobesberger und Dalibor Velimirovic bekanntgeworden. "Die Woche war ein bisschen eine Horrorwoche", sagte Mario Sonnleitner. Auch Coach Dietmar Kühbauer verstand die Welt nicht mehr. "Ich frage mich echt, was da momentan gegen uns läuft. So einen Herbst habe ich als Trainer oder Spieler noch nie erlebt", verlautete der Burgenländer.

Für den verpassten Heimsieg führte er hauptsächlich die Verletzungsproblematik ins Treffen, wegen der er nicht wie gewünscht offensiv wechseln konnte. "Ich weiß, es ist hypothetisch, aber wenn wir die Täusche nicht gehabt hätten, hätten wir das Spiel für uns entschieden", war sich der Rapid-Coach sicher. So blieb man zum sechsten Mal zu Hause sieglos. Von der früheren Heimstärke ist nichts zu sehen.

"Es will daheim noch nicht so, wir tun uns schwer und haben zu viele Punkte liegen gelassen. Das ist auch der Grund, warum es momentan nicht für die Top Drei reicht", analysierte Schwab. Der Rückstand auf den Dritten WAC wuchs auf fünf Punkte an, positiv war hingegen, dass man nach dem 1:0 in Graz neuerlich gegen Sturm unbesiegt blieb. "Richtig happy bin ich nicht. Aber wir haben das Spiel auch nicht verloren, deswegen habe ich gemischte Gefühle", gab Rapid-Torschütze Christopher Dibon Einblick.

Der Ausgleich ging ausgerechnet auf das Konto von Philipp Huspek. "Ich freue mich über jedes Tor, weil ich eh nicht der große Torschütze bin. Im Allianz Stadion habe ich noch gar nicht getroffen, deshalb freut es mich umso mehr", betonte der Ex-Rapidler. Der 28-Jährige empfahl sich mit seinem zweiten Saisontor für mehr Startelfeinsätze. "Er hat schon eine Weile nicht von Anfang an gespielt, trainiert aber gut, deshalb freue ich mich besonders für ihn", sagte Sturm-Trainer Nestor El Maestro.

Sein Team büßte im Kampf um einen Platz in der Meisterrunde nichts ein, hat weiter acht Zähler Vorsprung auf die Austria. Auch deshalb überwog die Freude über den Punktgewinn. "Gegen Rapid ist es immer ein brisantes Duell, wir sind zufrieden mit dem Punkt", meinte Stefan Hierländer. Huspek schlug in dieselbe Kerbe: "Rapid ist auf Augenhöhe mit uns, deshalb war es wichtig, nicht zu verlieren. Das ist uns in einer extremen Schnittpartie geglückt."

Spielerisch wurde den 19.600 Fans Magerkost geboten. "Spielerisch war es nicht der Burner", wusste Kühbauer. Auch die Grazer konnten das nicht leugnen. "Es war sehr hektisch, phasenweise gab es viele unnötige Ballverluste, es war nicht so super zum Zuschauen", meinte Hierländer. Den Sieg verdiente sich kein Team, da waren sich alle einig. "Es ist viel auf dem Spiel gestanden, keiner wollte verlieren, das 1:1 ist gerecht", resümierte Schwab.

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