31. Dezember 2019 12:00

Politik

Rechter Aktivist will neuer Präsident Boliviens werden

Der rechte Aktivist Luis Fernando Camacho will sich bei den Wahlen im kommenden Jahr in Bolivien um das Amt des Präsidenten bewerben. In der Nacht auf Dienstag (Ortszeit) unterzeichnete er mit seinem Vizepräsidentschaftskandidaten Marco Pumari ein politisches Abkommen.

Nach den jüngsten Auseinandersetzungen wollten sie die Bolivianer wieder einen und einen neuen Staat unter dem Motto "Gott, Volk und Vaterland" aufbauen, hieß es in dem Text. Im November war Präsident Evo Morales unter dem Druck des Militärs zurückgetreten, nachdem ihm von der Opposition und internationalen Wahlbeobachtern Betrug bei der Präsidentenwahl vom 20. Oktober vorgeworfen worden war. Er setzte sich zunächst ins Exil nach Mexiko ab und ließ sich zuletzt in Argentinien nieder.

Eine konservative Interimsregierung soll nun Neuwahlen für das kommende Jahr organisieren. Morales linke MAS-Partei will am 19. Jänner ihre Kandidaten küren. Der Ex-Präsident selbst hat eine Bewerbung bereits ausgeschlossen.

Der rechte Kandidat Camacho ist Rechtsanwalt und Anführer einer Bürgervereinigung aus dem wirtschaftlich starken Department Santa Cruz de la Sierra im Osten des Landes. Er gilt als einer der Drahtzieher hinter den Protesten, die schließlich zum Rücktritt von Morales führten. Kritiker werfen seinem Bürgerkomitee Pro Santa Cruz Rassismus und religiösen Eifer vor.

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