27. Oktober 2019 05:00

Sport

Richtungsweisende Siege für Sturm und Hartberg

Die steirischen Clubs haben zu Beginn der Grunddurchgangs-Rückrunde ihre Plätze in der oberen Tabellenhälfte der Fußball-Bundesliga gefestigt. Sturm Graz feierte dank eines Triplepacks des bulgarischen Teamstürmers Kiril Despodow noch einen klaren 4:0-(0:0)-Sieg beim Schlusslicht SKN St. Pölten. Der TSV Hartberg setzte sich im Heimspiel gegen Mattersburg 3:1 (1:0) durch.

Damit verdoppelte sich der Vorsprung des Tabellensechsten auf Verfolger Austria Wien, der sich mit einer 2:3-Heimniederlage gegen Aufsteiger WSG Tirol erneut blamierte, auf bereits sechs Punkte. Sturm hat als Fünfter sogar schon acht Zähler Vorsprung auf den Strich, der nach dem Grunddurchgang die Meister- von der Qualifikationsgruppe trennt. "Dieses Spiel war sehr wichtig für uns. Wir brauchen Punkte, und heute haben wir sehr gut gespielt", lautete der Kommentar von Bekim Balaj, der per Foulelfmeter das 3:0 (68.) für Sturm erzielt hatte.

Auch Matchwinner Despodow sprach nach seinem ersten Triplepack im Profifußball von einem "wichtigen Sieg" und war froh, dass er im fünften Liga-Match für die Grazer endlich getroffen hatte: "Ich hoffe, dass es nun so weitergeht." Gleiches gilt für die Hartberger, die laut Trainer Markus Schopp weiter nur "von Woche zu Woche" schauen. Denn auch in der Vorsaison lag seine Elf - damals als Aufsteiger - lange auf Kurs Meistergruppe, musste aber letztlich bis zum Schluss um den Klassenerhalt zittern.

Während die steirischen Vereine selbstbewusst nach vorne blicken können, trennen Mattersburg weiter nur drei Punkte vom Tabellenende. Und am kommenden Samstag wartet nun das schwere Heimspiel gegen Tabellenführer Salzburg. "Jede Woche die gleiche Scheiße. Wir kriegen jedes Mal ein Standardtor. Ich bin brennheiß. Ich habe keine Ahnung, was wir falsch machen bei den Standards. Wir sprechen es jede Woche an", ärgerte sich Andreas Kuen vor allem über den ersten Gegentreffer durch Michael Huber per Kopf nach einem Eckball (28.) im ersten Sky-Interview unmittelbar nach dem Schlusspfiff.

Dass er dabei vom Torschützen zu Fall gebracht wurde, wollte Kuen nicht überbewertet wissen. "Huber ist größer als ich, hat den Ellbogen in meiner Schulter. Dass ich dann nicht mehr springen kann, ist klar. Wir waren beide in der Rückwärtsbewegung, es gibt Schlimmeres. Manche 'Schiris' pfeifen es, manche nicht", meinte der 24-Jährige zu dieser strittigen Szene. Huber sprach dagegen von einem "normalen Zweikampf im Sechzehner".

Mittelfeld-Routinier Alois Höller, der das 1:1 von Kuen (64.) mit einem tollen Solo vorbereitet hatte, sah vor allem die Abwehrschwäche als Hauptgrund für die dritte Mattersburg-Niederlage en suite. "Wenn du drinnen bist in der Kisten und du kriegst immer ein paar Stück, dann ist es schwer rauszukommen. Das ist auch ein bissl eine mentale Geschichte", betonte der 30-Jährige mit Blick auf die bereits 35 Gegentreffer in zwölf Partien. "Wir müssen schauen, dass wir nicht jedes Spiel drei Tore kriegen. Wenn wir das abstellen, schaut es nicht schlecht aus, denn ein Tor schießen wir in fast jedem Spiel."

Im Gegensatz zum SKN St. Pölten, der bereits die sechste Zu-Null-Niederlage und dabei immer mindestens drei Gegentore kassierte (je zweimal 0:3, 0:4 und 0:6). Nicht von ungefähr lautet das Torverhältnis des Tabellenletzten 8:35. SKN-Trainer Alexander Schmidt relativierte das 0:4 gegen Sturm allerdings als "eine Lehrstunde in Sachen Effizienz".

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