25. Oktober 2019 09:11

Kultur

Römisches Haus in Herculaneum nach 36 Jahren wiedergeöffnet

In der antiken Stadt Herculaneum am Golf von Neapel ist eines der ältesten römischen Häuser nach 36 Jahren Besuchern wieder zugänglich. Das vornehme Haus, das 1983 geschlossen worden war, wurde mit innovativer Technik restauriert und kann jetzt wieder besichtigt werden.

Die "Casa del bicentenario" wurde 1938 entdeckt, 200 Jahre nach Beginn der Ausgrabungen in der vom Vesuv 79 nach Christus verschütteten Stadt. Das Erdgeschoß hat noch den traditionellen Plan eines Patrizierhauses bewahrt. Schwarz-weiße Mosaikfußböden und Wände mit rotem Porphyr verkleidet kennzeichnen das Haus, dessen Wände mit Fresken geschmückt sind. Die Gemälde erzählen vom Mythos von Daedalus und Pasiphae und des Liebespaares Venus und Mars. Das Haus wurde 1983 geschlossen, weil es für Besucher als unsicher galt.

An der Restaurierung beteiligte sich Leslie Rainer, Experte des Getty Conservation Institute, das sich am Projekt beteiligt hat. Zu den Sponsoren der Restaurierung zählt die Stiftung Packard. "Diese Restaurierung ist das Resultat einer fruchtvollen Zusammenarbeit zwischen dem italienischen Staat und Privaten zum Schutz unseres archäologischen Kulturerbes", kommentierte Kulturminister Dario Franceschini. Wie bereits Pompeji war Herculaneum in den vergangenen Jahren vernachlässigt worden.

Pompeji und Herculaneum wurden bei einem Ausbruch des Vulkans Vesuv im Jahr 79 verschüttet und blieben unter einer Ascheschicht für Jahrhunderte erhalten. Die Einwohner von Herculaneum wurden in der Nacht zum 25. August 79 nach Christi von einer 400 Grad heißen Giftwolke getötet. Regen spülte anschließend Schlamm und Geröll von den Berghängen in die Stadt und begrub sie unter einer bis zu 25 Meter hohen Schicht. Organische Materialien wurden darunter besser erhalten als in Pompeji. Bereits 1709 begannen in Herculaneum die Ausgrabungen, erst 39 Jahre später die in der berühmteren Stadt Pompeji.

© APA