28. Dezember 2018 15:44

Politik

Saudi-Außenminister: Khashoggi-Affäre löst "keine Krise" aus

Die Affäre um die Ermordung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul hat nach den Worten des neuen Außenministers Saudi-Arabiens, Ibrahim al-Assaf, keine "Krise" im Königreich ausgelöst. "Der Fall Khashoggi (...) hat uns wirklich sehr betrübt", so Assaf am Freitag. "Aber alles in allem machen wir keine Krise durch, wir befinden uns in einer Phase der Transformation."

Damit spielte der ehemalige Finanzminister auf die vom Kronprinzen Mohammed bin Salman vorangetriebenen sozialen und wirtschaftlichen Reformen an. Der saudi-arabische König Salman hatte am Donnerstag sein Kabinett umgebildet - den international in der Kritik stehenden Kronprinzen aber auf seinem Posten als Verteidigungsminister belassen.

Außenminister Adel al-Jubeir wurde zum Staatsminister für Auswärtige Angelegenheiten. An die Spitze seines Ministeriums rückte Assaf. Er war im vergangenen Jahr im Zuge einer von Riad ausgerufenen Anti-Korruptionskampagne festgenommen worden.

Assaf bestritt in dem Interview, dass sein Vorgänger im Amt des Außenministers herabgestuft worden sei. "Das ist von der Wahrheit weit entfernt", sagte er und fügte hinzu: "Adel vertrat Saudi-Arabien und wird Saudi-Arabien weiter in aller Welt vertreten. Wir ergänzen einander."

Khashoggi lebte seit 2017 in den USA und hatte sich zuletzt in der "Washington Post" kritisch mit der Lage in seiner Heimat auseinandergesetzt. Der Regierungskritiker war am 2. Oktober verschwunden, nachdem er das saudi-arabische Konsulat in Istanbul betreten hatte. Erst nach wochenlangem internationalen Druck gab die Führung in Riad zu, dass Agenten des Königreichs den Journalisten töteten. Der US-Senat machte in einer Resolution Mitte Dezember den mächtigen Kronprinzen "verantwortlich für den Mord" an Khashoggi.

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