11. Januar 2020 13:09

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Simonischek bescheinigt Berlin mangelnde Umgangsformen

Der Schauspieler Peter Simonischek (73) bescheinigt Berlin mangelnde Umgangsformen und den Wienern mangelnde Wahrheitsliebe. Eines habe er in seinen Jahrzehnten in der deutschen Hauptstadt registriert, sagte der gebürtige Grazer der "Berliner Zeitung" (Samstag): "Ich würde sagen, es ist die Abwesenheit jeglichen Charmes im Umgang. Es ist alles direkt, und daran muss man sich erst einmal gewöhnen."

Als er vor 20 Jahren nach Österreich zurückgekehrt sei, habe er wieder umlernen müssen. "In Berlin kann man das, was gesagt wird, gerne für bare Münze nehmen", sagte Simonischek, der dort etwa 20 Jahre bis 1999 an der Schaubühne spielte. "Damit ist man in Österreich ganz schlecht beraten, weil man ganz selten zu hören kriegt, was die Leute wirklich denken."

In seinem Heimatland hat Simonischek beobachtet: "Die Konvention ist: Lügen ohne Not. Die Lüge ist in Österreich Teil der Kultur, Schnitzler wäre gar nicht denkbar ohne die Kultur der Lüge", meinte der Burgschauspieler, den viele auch aus TV und Kino ("Toni Erdmann") kennen. "Lügen, weil es Spaß macht. Es geht nicht um wesentliche Dinge. Es kann den Umgang auch weicher machen."

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