18. Dezember 2019 05:22

Kultur

Staatsoper zeigt Kinderuraufführung "Persinette"

Gerade erst hat die Wiener Staatsoper mit "Orlando" von Olga Neuwirth die Seltenheit einer großen Uraufführung erlebt - und legt keine zwei Wochen später, am Samstag, den 21. Dezember, bereits nach: "Persinette" von Albin Fries ist eine Opernuraufführung für Kinder, allerdings eine räumlich ebenso große, denn sie wird nicht in der Dependance in der Walfischgasse, sondern im Haus am Ring platziert.

Dass das Publikumsinteresse hierfür groß genug ist, zeigt die Tatsache, dass alle vier Vorstellungen bereits ausverkauft sind. Und dass auch der Komponist mit der Größe des Raumes umzugehen weiß, darf man hoffen: Albin Fries ist langjähriger Solorepetitor des Hauses, hat also mit den Sängern bereits viel und intensiv an den Anforderungen dieser Bühne gearbeitet. Die Märchenoper, die er gemeinsam mit Librettistin Birgit Mathon geschaffen hat, war bereits in Arbeit, bevor der Kompositionsauftrag der Oper kam, wie Fries im Opern-Magazin "Prolog" erzählt. Dass es dann eine Kinderoper werden sollte "beeinflusste vor allen die Dimension der Oper" - sie wurde also zeitlich, nicht aber in ihrer Klangsprache begrenzt.

Sängerin Bryony Dwyer, die die Titelrolle - landläufig besser bekannt als "Rapunzel" - innehat, sieht in dem Werk auch eher eine Familien-, als eine Kinderoper. Die Musik sei "voller Magie und arbeitet mit den Charakteren zugeordneten Leitmotiven", berichtet sie, ebenfalls im "Prolog". Fries, der seinen Kompositionsstil als "spätromantisch-tonal" bezeichnet, sieht in "Persinette" eine "symphonische Oper mit dem Orchester als gleichwertige Hauptfigur". Die anderen Protagonisten folgen mehr oder weniger treu der Rapunzel-Geschichte der Gebrüder Grimm rund um das Mädchen mit dem langen Zopf, das von der bösen Zauberin, bei der sie aufgewachsen ist, in einen Turm gesperrt wurde.

Die Aufgabe, die märchenhafte Geschichte ins große Haus zu transportieren, hat Regisseur Matthias von Stegmann übernommen. Denn während in der Kinder-Dependance in der Walfischgasse vor allem auf Detailverliebtheit der Ausstattung wertgelegt wird, geht es auf der Hauptbühne um "große visuelle Eindrücke", erklärt er im "Prolog". Gleichzeitig könne die Musik im großen Saal "noch intensiver sprechen und atmen". Kinder, so Bryony Dwyer, seien "in Wahrheit viel feinere Gradmesser für die Qualität des theatralen Elements als Erwachsene". Man könne sie enorm bannen, aber auch beim kleinsten atmosphärischen Mangel vollständig verlieren.

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