29. Oktober 2019 11:57

Kultur

Studie: Digitalisierung in heimischen Museen ausbaufähig

Heimische Museen sind dem digitalen Zeitalter zwar grundsätzlich sehr aufgeschlossen, im Bereich der Zugänglichmachung von Objekten im digitalen Raum herrscht aber noch Aufholbedarf. Zu diesem Schluss kommt einem vom Museumsbund Österreich durchgeführte Studie, die nun veröffentlicht wurde. Diese zeigt, dass erst 18 Prozent der befragten Häuser ihre Sammlungen auch im Internet anbieten.

Während österreichische Museen bereits häufig digitale Elemente im Bereich der Vermittlung und der kuratorischen Tätigkeit nützen und auch auf Sozialen Medien sowie durch Websites präsent sind, gibt es beim Thema "Online Collections" unterschiedliche Gründe, warum erst knapp 20 Prozent ihre Sammlungen online anbieten. Die Gründe dafür sieht die Studie einerseits bei Zeit- und Personalmangel, andererseits aber auch in der Rechtefrage.

Zwar führten über zwei Drittel der befragten Museen ein digitales Inventar, aber nicht alle eingepflegten Daten würden den heutigen Standards entsprechen. "(Digitale) Sammlungspflege ist eine der aufwendigsten Aufgaben der Museumsarbeit, die Ressourcen sind nicht selten aber im Ausstellungswesen und den damit einhergehenden öffentlich präsenteren Aufgaben gebunden", heißt es dazu.

Ein weiteres Problem ortet man beim Urheberrecht in seiner aktuell geltenden Fassung, das die digitale Repräsentation der museumseigenen Sammlungsobjekte vor allem aus dem Bereich der zeitgenössischen Kunst erschwere beziehungsweise mit hohen Kosten verbinde. "Werke im Eigentum von öffentlich finanzierten Sammlungen sollten - zugunsten der Freiheit der Wissenschaft und um dem Bildungsauftrag umfassend nachkommen zu können, unbeschränkt genutzt werden können", so der Appell des Museumsbunds.

Hierfür sei der rechtliche Rahmen "nicht mehr zeitgemäß und zu eng". Daher appelliert man gemeinsam mit dem Kooperationspartner Bildrecht GmbH "an den Unionsgesetzgeber und an den nationalen österreichischen Gesetzgeber, jenen Freiraum zu schaffen, der Rechteinhaber/innen und Werknutzer/innen gleichermaßen Rechtssicherheit bietet".

Befragt wurden rund 800 registrierte Museen, wovon mehr als die Hälfte überwiegend ehrenamtlich betrieben werden. 67 Prozent aller angeschrieben Museen haben die rund 90 Fragen aus zwölf Themengebieten beantwortet. Angereichert wurde die Studie mit qualitativen Interviews.

© APA