26. Dezember 2018 15:47

Politik

Syrische Luftabwehr im Einsatz gegen israelische Raketen

Israelische Kampfflugzeuge haben nach syrischer Darstellung in der Nacht auf Mittwoch mehrere Ziele bei Damaskus angegriffen. Dabei seien drei Soldaten verletzt worden, berichtete die Staatsagentur Sana. Die syrische Luftabwehr habe "feindliche Raketen", die aus dem Luftraum über dem Libanon abgefeuert worden seien, ins Visier genommen. Demnach wurden alle anfliegenden Raketen abgeschossen.

Israel hatte in den vergangenen Monaten wiederholt iranische Stellungen im Nachbarland bombardiert. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, die Angriffe hätten sich gegen mindestens drei Waffenlager der iranischen Revolutionsgarden und ihrer libanesischen Verbündeten von der Schiitenmiliz Hisbollah gerichtet.

In Damaskus seien schwere Explosionen außerhalb der Stadt zu hören gewesen, sagte ein Bewohner der Deutschen Presse-Agentur. Die Detonationen habe es offenbar in der Gegend des Militärflughafens Messe im Westen und in einem Gebiet nordwestlich der Hauptstadt gegeben. Über das genaue Ziel der Angriffe sowie mögliche Opfer oder Schäden gab es zunächst keine offiziellen Angaben. Es hieß lediglich, ein Waffendepot sei beschädigt worden.

Die israelischen Luftangriffe in Syrien führten zu Spannungen mit Russland. Die Angriffe seien eine "krasse Verletzung der Souveränität Syriens", erklärte das Außenministerium in Moskau am Mittwoch. Das russische Verteidigungsministerium sprach von einem "provokativen Akt", der zudem zwei Passagiermaschinen gefährdet habe.

Das russische Außenministerium zeigte sich "sehr beunruhigt über die Luftangriffe und wie sie vonstattengingen". Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, erklärte, der israelische Angriff sei von Flugzeugen über dem libanesischen Luftraum ausgegangen. Zeitgleich hätten sich gerade "zwei Passagierflugzeuge, keine russischen", im Landeanflug auf die Flughäfen von Beirut und Damaskus befunden.

Um eine "Tragödie zu verhindern", seien dem syrischen Luftabwehrsystem Restriktionen auferlegt worden, sagte der Sprecher weiter. Eines der Flugzeuge sei auf einen russischen Luftwaffenstützpunkt in Syrien umgeleitet worden.

Die israelische Führung betont immer wieder, keine dauerhafte Militärpräsenz seines Feindes Iran in Syrien zu tolerieren. Teheran ist neben Moskau der engste Verbündete der Regierung von Staatschef Bashar al-Assad und unterstützt ihn in dem seit sieben Jahren andauernden innersyrischen Krieg militärisch. Zusammen mit der aus dem Iran finanzierten Hisbollah bedroht sie Israel vom Norden und Nordosten.

Eine israelische Armeesprecherin sagte in Tel Aviv zu den Angriffen in Syrien: "Wir äußern uns nicht zu ausländischen Berichten." Sie betonte jedoch, die israelische Luftabwehr sei gegen eine in Syrien abgefeuerte Luftabwehrrakete aktiviert worden. Es gebe keine Verletzten oder Schäden. Zuvor hatten Bewohner der israelischen Küstenstadt Hadera zwischen Haifa und Tel Aviv von lauten Explosionen berichtet.

Russland hatte seinen syrischen Verbündeten eigenen Angaben zufolge im Oktober mit dem modernen Luftabwehrsystem S-300 ausgestattet. Hintergrund war der Abschuss eines russischen Aufklärungsflugzeuges mit 15 Soldaten über dem Mittelmeer nach einem Fehltreffer der syrischen Luftabwehr. Die Syrer hatten mit dem alten russischen System S-200 eigentlich auf vier angreifende israelische F-16-Jets gezielt.

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