3. Dezember 2019 14:13

Chronik

Taifun "Kammuri" fordert mehrere Tote auf den Philippinen

Durch den tropischen Wirbelsturm "Kammuri" sind auf den Philippinen mindestens vier Menschen gestorben. In der Provinz Oriental Mindoro gut 200 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila wurden zwei Männer getötet: Ein 59-Jähriger wurde von einem umfallenden Baum erschlagen, als er Geröll vor seinem Haus wegräumte, teilte Gouverneur Hubert Dolor am Dienstag mit.

Ein anderer Mann wurde von einem verzinkten Blechstück getötet, das von einem Haus herunterfiel. In Ormoc City in der Provinz Leyte auf den südöstlichen Philippinen wurde ein 38 Jahre alter Bauarbeiter auf seinem Motorrad von herabfallenden Ästen getroffen.

Bereits am Montag hatte die Polizei den Tod eines 33-Jährigen in der Region Bicol im Südosten der Insel Luzon gemeldet. Der Mann hatte einen Stromschlag bekommen, als er bei dem Unwetter das Dach seines Hauses in der Stadt Libmanan befestigen wollte.

Der Taifun erreichte am Dienstag auch die Hauptstadtregion Manila. In den meisten Schulen der Hauptstadt fiel der Unterricht aus, Behörden öffneten nicht. Nur lebenswichtige Dienste wie eine medizinische Grundversorgung und der Katastrophenschutz arbeiteten weiter. Der Flughafen blieb ab 11.00 Uhr Ortszeit (04.00 MEZ) vorerst geschlossen.

"Kammuri" wirbelte auch die Südostasienspiele durcheinander, die derzeit im Großraum Manila stattfinden. Etwa die Hälfte der für Dienstag vorgesehenen Wettkämpfe mussten umgeplant werden, wie die Organisatoren mitteilten. Sie versicherten, die Spiele, zu denen 8.750 Athleten und Delegationsmitglieder anreisten, gingen trotzdem pünktlich am 11. Dezember zu Ende.

Der Sturm war am Montagabend mit heftigen Regenfällen in der östlichen Provinz Sorsogon auf Land getroffen und hatte dort heftige Überschwemmungen ausgelöst. Die Stromversorgung fiel in vielen Gebieten aus. Am Dienstag schwächte sich der Sturm aber auf dem Weg in Richtung Nordwesten etwas ab. Der Wirbelsturm erreichte nach Angaben des Wetterdienstes noch Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern, einzelne Böen hatten Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h.

In Bicol mussten bisher mehr als 483.000 Menschen aus Angst vor Überschwemmungen und Erdrutschen ihre Häuser verlassen. Die Behörden sprachen für Dutzende Provinzen Warnungen aus. An mehreren Häfen saßen nach Behördenangaben rund 7.000 Menschen fest, da Fähren wegen der stürmischen See nicht aufs Meer durften. An den Flughäfen des Landes wurden rund 500 Flüge abgesagt. Der Airport in Legazpi City in der Provinz Albay wurde von den Unwettern schwer beschädigt.

Taifun "Kammuri", der auf den Philippinen auch "Tisoy" genannt wird, ist laut der Wetterbehörde bereits der 20. tropische Wirbelsturm, der das Land in diesem Jahr heimsucht. Meteorologen erwarten, dass er bis Freitag an dem Inselstaat vorbeigezogen ist.

Die Philippinen werden jedes Jahr von zahlreichen Taifunen heimgesucht. Erst Anfang November riss Taifun "Nakri" vier Menschen in den Tod, unter ihnen zwei Kinder. Einer der stärksten Taifune, "Haiyan", traf den Inselstaat 2013. Mehr als 6.000 Menschen kamen ums Leben, rund vier Millionen verloren ihr Zuhause.

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