28. November 2018 19:31

Politik

Taliban zur Teilnahme an Friedensgesprächen aufgerufen

Die Afghanistan-Konferenz in Genf ist mit einer Vereinbarung über die nächsten Schritte im Friedensprozess und bei der Entwicklung des Landes zu Ende gegangen. "Alle Teilnehmer appellieren an die Taliban und andere bewaffnete Oppositionsgruppen, die Chance auf eine Friedenslösung zu ergreifen, vor allem das Angebot der Regierung, Gespräche ohne Vorbedingungen abzuhalten", hieß es darin.

"Der Ball ist jetzt im Feld der Taliban", sagte der nationale Sicherheitsberater der Regierung in Kabul, Hamdullah Mohib. Die Regierung sehe gute Aussichten auf erfolgreiche Friedensgespräche, sagte er. Die Unterstützung für die Taliban in- und außerhalb Afghanistan gehe zurück.

In der Vereinbarung "Afghanistans Zukunft sichern: Frieden, Selbstständigkeit und Konnektivität" versprachen Partnerländer, ihre Unterstützung für Afghanistan fortzusetzen. Afghanistan bekräftigte, dass der Reformprozess mit dem Kampf gegen Korruption und Armut unumkehrbar sei und weitergehe.

Parallel zu den Verhandlungen in Genf wurde Kabul von einer schweren Explosion erschüttert. Bei dem Angriff wurden mindestens zehn Menschen getötet. Weitere mindestens 19 Personen seien verletzt worden, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums. Offenbar detonierte eine Autobombe vor dem Büro des britischen Sicherheitsunternehmens G4S.

Die radikalislamischen Taliban reklamierten den Anschlag über den Kurznachrichtendienst Twitter für sich. Laut Taliban-Sprechers Sabiullah Mujahid sei erst ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen detoniert. Dabei seien "Dutzende Invasoren" getötet worden. Mehrere Taliban-Kämpfer hätten dann einen Angriff gestartet, um die verbliebenen Camp-Bewohner zu töten. Der Angriff sei eine Antwort auf "jüngste feindliche Grausamkeiten" gegenüber Zivilisten in den Provinzen Kandahar, Nangarhar und Helmand.

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