27. Januar 2020 15:50

Politik

Tanner verlieh Ehrennamen an zwei Wiener Kasernen

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) hat am Montag zwei Wiener Kasernen Ehrennamen verliehen. Die Stiftskaserne erhielt den Namen "General Spannocchi". Die Rossauerkaserne wurde nach den beiden Offizieren Robert Bernardis und Anton Schmid benannt. Die Stiftskaserne ist Sitz der Landesverteidigungsakademie, die Rossauerkaserne u.a. Sitz des Verteidigungsministeriums.

"Die heutige Verleihung des Traditionsnamens fügt sich gut in die Reihe der Veranstaltungen ein, die am heutigen 'Internationalen Holocaust-Gedenktag' weltweit stattfinden", sagte die Ministerin bei der Verleihung des Namens "Bernardis-Schmid" an die Rossauerkaserne. "Es geht hierbei um Tapferkeit und Zivilcourage. Es geht darum, die nötige Zivilcourage aufzubringen, um seinem eigenen Gewissen zu folgen und bereit zu sein, die Konsequenzen dafür zu tragen." Bernardis und Schmid hätten dies vorgelebt.

Tanner würdigte Spannocchi als "eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des Österreichischen Bundesheeres". Die Stiftskaserne sei der "ideale Ort, um seine Leistungen für die Landesverteidigung zu würdigen und seinen Geist im heutigen Bundesheer weiterzutragen", sagte Tanner.

Mit diesen Auszeichnungen besitzt das Bundesheer nun insgesamt acht Liegenschaften und Truppenkörper mit sogenannten Traditionsnamen. Mit der Verleihung dieser Namen sei die Vermittlung verbunden, welchen Auftrag das Bundesheer für die Gesellschaft erfülle. Darüber hinaus diene dies der Wahrung von Erinnerungen an bedeutsame, historische Persönlichkeiten, heißt es beim Verteidigungsministerium.

Emil Spannocchi (1916-1992) war Offizier des Österreichischen Bundesheeres. Unter seiner Leitung wurde während des Kalten Kriegs ein Konzept zur Raumverteidigung, auch "Spannocchi-Doktrin" genannt, eingeführt. Mit dieser Verteidigungsstrategie prägte er Generationen von Soldaten und ist nach wie vor über die Grenzen Österreichs als bedeutender Militärstratege bekannt. Außerdem leitete Spannocchi zehn Jahre lang die Stabsakademie und legte den Grundstein für die Aufwertung dieser zur Landesverteidigungsakademie.

Oberstleutnant i. Generalstab Robert Bernardis (1908-1944) war österreichischer Offizier in der Deutschen Wehrmacht. Als Widerstandskämpfer war er wesentlich am Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 sowie an der "Operation Walküre" beteiligt, weswegen er folglich von den Nazis zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde.

Auch der Wiener Unteroffizier Anton Schmid (1900-1942) war Angehöriger der Deutschen Wehrmacht. Als Leiter der Versprengtensammelstelle von Wilna in Litauen versteckte er zahlreiche verfolgte Juden, organisierte ihnen falsche Papiere und führte sie in die Freiheit. In der Folge wurde er zum Tode verurteilt und hingerichtet. Israel ehrte Schmid am 2. Dezember 1966 mit der Bezeichnung als "Gerechten der Völker", da er unter Einsatz seines Lebens Juden vor der Ermordung gerettet hatte.

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