8. Januar 2020 14:43

Politik

Tiroler Ex-ÖVP-Abg. Schrott landet in Nehammer-Kabinett

Der unter anderem wegen eines Fake-Gewinnspiels für seinen Vorzugsstimmenwahlkampf im Jahr 2018 zurückgetretene ÖVP-Nationalratsabgeordnete Dominik Schott taucht an anderer Stelle wieder auf: Er wird Mitarbeiter im Kabinett von ÖVP-Innenminister Karl Nehammer. Dies berichtete der Online-"Standard" unter Berufung auf das Innenministerium. Tiroler FPÖ und NEOS reagierten mit scharfer Kritik.

Schrott selbst war für die APA vorerst nicht erreichbar. Der 32-Jährige war vor rund eineinhalb Jahren auch wegen des Verdachts des Förderungsmissbrauchs in Zusammenhang mit dem von ihm gegründeten Verein "Tiroler Kinderwelt" unter Druck geraten. Entsprechende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden aber im vergangenen Jahr eingestellt. Es habe keine Hinweise auf eine missbräuchliche Verwendung der Fördergelder gegeben, hatte dies die Anklagebehörde begründet.

Im vergangenen Herbst teilte das Land Tirol mit, dass die Fördervereinbarungen nur teilweise erfüllt worden seien und ein "beträchtlicher Teil der Fördersumme" zurückbezahlt werden müsse. Der Ex-Nationalratsabgeordnete und frühere JVP-Obmann in Tirol zahlte nicht nur den vom Land geforderten Teil, sondern die gesamte Fördersumme zurück.

Mit Schrott ins Innenministerium wechselt laut einem Bericht der Online-Ausgabe der "Tiroler Tageszeitung" übrigens eine weitere Parteifreundin: Die ehemalige Landesgeschäftsführerin der Jungen Volkspartei in Tirol, Susanne Vrhovac.

Mit heftiger Kritik reagierten Tiroler FPÖ und NEOS auf den angeblichen Wechsel von Dominik Schrott ins Innenministerium. Beide Parteien orteten einen ÖVP-"Postenschacher". Die Freiheitlichen sprachen von einem "Skandal", die Pinken zeigten sich "schockiert".

"Vettern- und Freunderlwirtschaft innerhalb der Tiroler ÖVP an allen Ecken und Enden" sah FPÖ-Landesparteigeneralsekretär Patrick Haslwanter in einer Aussendung. Der Schrott-Wechsel und die Bestellung von Helmut Tomac zum Generalsekretär im Innenministerium würden zeigen, dass sich "das Chamäleon ÖVP von türkis wieder in dunkelschwarz" verwandelt hat.

"Die einzige Qualifikation, die Dominik Schrott für seinen neuen Job im Innenministerium mitbringt, ist das türkise Parteibuch und dass er im August 2018 auf sein Nationalratsmandat verzichtet hat", erklärte indes NEOS-Landessprecher Dominik Oberhofer. Interessant werde sein, ob der Posten ausgeschrieben worden sei und wie das Bewerbungsverfahren dazu abgelaufen ist. "Das werden wir NEOS selbstverständlich mit einer parlamentarischen Anfrage im Nationalrat hinterfragen", kündigte Oberhofer an.

Indes meldete sich die Tiroler ÖVP in Zusammenhang mit dem Wechsel der früheren Landesgeschäftsführerin der Jungen Volkspartei in Tirol, Susanne Vrhovac, ins Innenministerium zu Wort. Diese sei bereits unter FPÖ-Innenminister Herbert Kickl im Ministerium tätig gewesen, hieß es gegenüber der APA.

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