16. November 2019 10:16

Politik

Türkei: 30 Bürgermeister der kurdischen Opposition abgesetzt

Die türkische Regierung hat nach Angaben der Opposition seit den Kommunalwahlen im März 30 Bürgermeister der prokurdischen Partei HDP geschasst. "Dreißig unserer Gemeinden sind seit dem 31. März illegal besetzt worden", twitterte die HDP am Samstag und sprach von einem "Coup" der Regierung.

24 ihrer gewählten Stadtvorsteher seien durch regierungstreue Verwalter ersetzt worden, sechs weitere durch Rivalen aus der Regierungspartei AKP, sagte ein Sprecher der Partei der Deutschen Presse-Agentur.

Der Tweet wurde nach der jüngsten Absetzung von vier Vorstehern in den südöstlichen Städten Mardin und Sanliurfa veröffentlicht. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, wurden die Bürgermeister unter dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer "bewaffneten Terroristengruppe" ihres Amtes enthoben.

Der HDP zufolge befinden sich fast die Hälfte der abgesetzten Bürgermeister wegen Terrorvorwürfen im Gefängnis. Der mehrheitlich von Kurden bewohnte Südosten ist eine Hochburg der HDP. Präsident Recep Tayyip Erdogan hält die Oppositionspartei für den verlängerten Arm der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die HDP weist den Vorwurf zurück.

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