4. März 2020 15:58

Politik

Türkische Soldaten in nordsyrischer Provinz Idlib getötet

In der nordsyrischen Provinz Idlib sind zwei weitere türkische Soldaten getötet worden. Das Verteidigungsministerium in Ankara machte am Mittwoch syrische Truppen für den Beschuss verantwortlich. Sechs weitere Soldaten seien verletzt worden, hieß es. Das türkische Militär habe "sofort" zurückgefeuert.

Innerhalb einer Woche sind damit mindestens 37 türkische Soldaten getötet worden. Die Türkei hatte eine Offensive in Idlib gestartet, nachdem am Donnerstag bei einem Luftangriff in der Region um die Stadt Idlib mindestens 34 türkische Soldaten getötet worden waren. Ankara machte die syrische Regierung für den Angriff verantwortlich.

Die türkische Armee wiederum tötete laut der oppositionsnahen Syrischen "Beobachtungsstelle für Menschenrechte" am Freitag und Samstag mindestens 74 syrische Soldaten sowie 14 Kämpfer von pro-iranischen Gruppen wie der Hisbollah, die mit der syrischen Armee verbündet sind.

Schon zuvor war es zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen türkischen und syrischen Soldaten gekommen. Seit Anfang Februar wurden mindestens 56 türkische Soldaten in Idlib getötet.

Syriens Machthaber Bashar al-Assad erklärte, er habe sich keinerlei Angriffe auf die Türkei schuldig gemacht. Ein Konflikt zwischen Syrern und Türken sei "unlogisch", sagte Assad in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview des russischen Staatssenders Rossija 24. Zwischen beiden Völkern gebe es enge Verbindungen, erklärte der Präsident weiter: "Jetzt frage ich das türkische Volk (...) Welchen großen oder kleinen feindlichen Akt hat Syrien während des Krieges oder davor gegen die Türkei begangen? Überhaupt keinen."

Die Türkei unterstützt in dem syrischen Bürgerkrieg Rebellen und hat im Norden und Nordwesten des Landes eigene Truppen im Einsatz. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Assad als "Mörder" beschimpft, Assad wiederum nannte Erdogan einen "Dieb". Der syrische Präsident Bashar al-Assad wird von Russland unterstützt.

Idlib ist die letzte große Rebellenhochburg in Syrien. Im vergangenen Jahr hatte die syrische Regierung mit Unterstützung Russlands eine Militäroffensive in der Region begonnen. Hunderttausende sind auf der Flucht.

© APA
2019 © PULS 4 TV GmbH & Co KG | IMPRESSUM | DATENSCHUTZ