25. Oktober 2019 21:35

Politik

Über 40 Tote bei Anti-Regierungsprotesten im Irak

Bei den regierungskritischen Protesten sind bei Demonstrationen und Brandstiftungen an Regierungsgebäuden und Parteizentralen am Freitag laut neuesten Angaben mindestens 42 Demonstranten ums Leben gekommen. Viele der Opfer erstickten an Rauchgas, andere wurden erschossen. Die UNO warf der irakischen Polizei Menschenrechtsverletzungen vor.

Bereits Anfang des Monats waren bei Protesten im Irak binnen einer Woche mehr als 150 Menschen umgekommen. Danach waren die Proteste zum Erliegen gekommen, bevor sie am Donnerstagabend erneut aufflammten. Die Protestbewegung fordert radikale Reformen, eine neue Verfassung und ein Ende der Korruption.

Demonstranten setzten am Freitag Regierungsgebäude und die Zentralen politischer Parteien sowie bewaffneter Gruppen in Brand. Die Proteste, Brandstiftungen und Angriffe gingen in der Nacht auf Samstag in mehreren Provinzen im Süden des Landes. Dort wurden Ausgangssperren verhängt. Das Parlament kündigte für Samstag eine Sondersitzung an, in der die Forderungen der Demonstranten sowie von Regierungschefs Adel Abdel Mahdi vorgeschlagene Sozialreformen diskutiert werden sollen.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres warf den irakischen Sicherheitskräften am Freitag vor, für den Tod von Demonstranten und für schwere Menschenrechtsverletzungen bei der ersten Protestwelle Anfang des Monats verantwortlich zu sein.

© APA