30. Dezember 2018 09:56

Politik

UNO-Beobachter enttäuscht über Houthi-Rebellen im Jemen

Der Leiter der UNO-Beobachtermission im Jemen, Patrick Cammaert, hat sich enttäuscht über die Entwicklungen um die umkämpfte Hafenstadt Hodeidah geäußert. Entgegen der Absprachen sei ein humanitärer Korridor von der Hafenstadt in Richtung der Hauptstadt Sanaa nicht eingerichtet worden, teilte die UNO am Samstag mit.

In einem Treffen mit Vertretern der Houthi-Rebellen drückte Cammaert sein Missfallen über diese verstrichene Möglichkeit aus, Vertrauen aufzubauen. Die vom Iran unterstützten Houthis hatten zuvor angekündigt, die Kontrolle über die für die Versorgung des Jemens wichtigen Häfen in Hodeidah an die Küstenwache abgegeben zu haben. Zudem hätten Houthi-Kämpfer mit dem Abzug aus der Stadt begonnen.

Die international anerkannte Regierung des Jemens dementierte den Abzug jedoch und kritisierte die Übergabe an die Küstenwache. Der Küstenwache von Hodeidah wird nachgesagt, dass ihre Führung mit den Houthi-Rebellen verbunden ist.

"Dieser Schritt mindert die Friedensmöglichkeiten und zeigt deutlich die Intentionen der Milizen und ihren Versuch, das UNO-Abkommen zu unterlaufen", sagte der Regierungsvertreter Askar Sail der staatlichen Nachrichtenagentur Saba.

In Schweden hatten sich die Konfliktparteien unter Vermittlung der Vereinten Nationen auf eine Waffenruhe für den umkämpften wichtigen Hafen Hodeidah geeinigt. Knapp 80 Prozent der Hilfslieferungen für den bitterarmen Jemen laufen über die Häfen in der Stadt am Roten Meer. Die Vereinten Nationen bezeichnen den Krieg im Jemen als derzeit schlimmste humanitäre Katastrophe weltweit.

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