1. November 2019 16:42

Chronik

UNO-Klimakonferenz in Madrid - Thunberg will dabei sein

Nach der Absage Chiles springt Madrid als Gastgeber für die UNO-Klimakonferenz ein. Sie freue sich mitzuteilen, dass das verantwortliche Gremium zugestimmt habe, dass das zweiwöchige Spitzentreffen der Klimadiplomatie vom 2. bis 13. Dezember in der spanischen Hauptstadt stattfinde, teilte die Klimachefin der Vereinten Nationen, Patricia Espinosa, am Freitag mit.

Damit muss die Konferenz nicht verschoben werden. Die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg will offenbar trotz des Ortswechsels dabei sein. Sie müsse jetzt eine Möglichkeit finden, den Atlantik im November zu überqueren, schrieb sie auf Twitter.

Auf den UNO-Klimagipfeln verhandeln die Staaten über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Es hat zum Ziel, die Erderhitzung auf unter zwei Grad zu begrenzen. Dafür reichen die bisherigen Anstrengungen beim Einsparen von Treibhausgasen nicht aus. Vergangenes Jahr im polnischen Kattowitz (Katowice) hatten die Teilnehmer sich auf ein gemeinsames Regelwerk geeinigt. Diesmal geht es unter anderem darum, wie Länder untereinander mit Verschmutzungsrechten handeln können.

Auch Thunberg, die Gründerin der Klimabewegung Fridays for Future, wollte am Klimagipfel in Chile teilnehmen. "Es stellt sich heraus, dass ich um die halbe Welt gereist bin, in die falsche Richtung", schrieb die 16 Jahre alte Schwedin, die an diesem Freitag in Los Angeles demonstrieren wollte. Jetzt, da die Klimakonferenz offiziell umgezogen sei, werde sie Hilfe brauchen: "Ich muss jetzt eine Möglichkeit finden, den Atlantik im November zu überqueren." Wenn jemand helfen könne, ein Verkehrsmittel zu finden, sei sie dankbar. Sie habe sich so auf Süd- und Mittelamerika gefreut, schrieb sie. Es gehe aber nicht um ihre Erfahrungen und Reisewünsche.

Die 16-Jährige war auf einem Segelschiff über den Atlantik mitgefahren, weil sie als Zeichen für mehr Klimaschutz nicht fliegen wollte. Sie sprach in New York vor den Vereinten Nationen, aber auch die geplante Klimakonferenz in Santiago de Chile war ein Grund für die mühsame Reise. Nachdem Chile diese wegen der heftigen sozialen Proteste im Land abgesagt hatte, bot Spaniens Regierung Hilfe an.

Für Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez und seine Sozialistische Arbeiterpartei ist die kurzfristige Zusage auch ein Signal im Wahlkampf. Am 10. November wird in Spanien gewählt. Sanchéz schrieb auf Twitter, Spanien arbeite bereits an der Organisation der COP25 genannten Konferenz. "Unsere Regierung verpflichtet sich weiterhin zu dauerhaftem Fortschritt und zu einem gerechten ökologischen Übergang.

© APA