28. Dezember 2019 19:26

Chronik

Ursache für Tod dreier Briten in Hotelpool weiter unklar

Die Umstände des Todes von drei Mitgliedern einer britischen Familie in einem spanischen Hotelpool sind weiter nicht zweifelsfrei geklärt. Nachdem der Hotelbetreiber unter Berufung auf die Polizei erklärt hatte, dass die zwei Kinder und ihr Vater nicht schwimmen konnten, wies die Mutter die Angaben zurück.

"Ich glaube, dass etwas mit dem Pool nicht stimmte, was das Schwimmen zu diesem Zeitpunkt für sie schwierig machte", erklärte die Frau am Freitag. Der 52-jährige britische Pastor Gabriel Diya, seine neun Jahre alte Tochter Comfort und sein 16 Jahre alter Sohn Praise-Emmanuel waren am Heiligen Abend im Pool einer Ferienanlage in Mijas in der Nähe von Málaga ertrunken. Aus Ermittlungskreisen hieß es danach unter Berufung auf die Schwester der beiden toten Kinder, die drei hätten nicht schwimmen können.

Dies stellte die Witwe des Pastors nun in Abrede. Mit dem Pool sei offenbar etwas nicht in Ordnung gewesen, erklärte Olubunmi Diya in einer von ihrer Londoner Kirche veröffentlichten Mitteilung im Onlinedienst Facebook. "Die Kinder gingen über die Stufen in den Pool. Sie wurden aber in die Mitte gezogen, die tiefer lag, und riefen um Hilfe, weil sie nicht mehr herauskamen", erklärte die Mutter.

Ihr Mann sei dann ins Wasser gegangen, um den Kindern zu helfen. "Wir sind zutiefst schockiert, traurig und haben Mühe, uns mit ihrem Tod abzufinden", fügte die Frau hinzu. Die Kirche erklärte, Diya sei ein "bescheidener, freundlicher und hingebungsvoller Pastor" gewesen. Nach seinem Tod werde die Kirche seine Witwe und die überlebende Tochter unterstützen.

Der Hotelbetreiber CLC erklärte, die Angaben der Mutter widersprächen direkt den Befunden des Polizeiberichts zu dem Unglück. Die umfangreichen Ermittlungen hätten "bestätigt, dass der Pool normal funktionierte und es keine Betriebsstörung irgendeiner Art gab". Zugleich sprach das Unternehmen den Hinterbliebenen Mitgefühl in dieser "aufreibenden und extrem erschütternden Zeit" aus.

Die Polizei nahm zunächst nicht Stellung zu der Erklärung der Mutter. In ihrem am Freitag veröffentlichten Bericht hatten die Ermittler aber tatsächlich festgehalten, dass die drei Todesopfer nicht hätten schwimmen können. Die drei Kinder der Familie hatten demnach gemeinsam im niedrigen Bereich des Pools gespielt, während die Eltern in der Sonne lagen. Als die 14-jährige Tochter Favour das Becken verlassen habe, habe sie bemerkt, dass ihre jüngere Schwester im tieferen Wasser in Schwierigkeiten geraten sei.

Der 16-jährige Bruder versuchte dem Bericht zufolge vergeblich, der Neunjährigen zu helfen, und geriet dabei selbst in Gefahr. Die 14-Jährige rief daher ihre Eltern zu Hilfe. Während der Vater ins Wasser ging, lief die Mutter los, um Hilfe zu holen. Nachdem die drei Verunglückten aus dem Wasser gezogen wurden, scheiterten alle Wiederbelebungsversuche.

An den Leichen der Opfer wurden laut Polizeibericht keine Wunden oder Blasen gefunden, die auf einen Tod durch Mängel am Pool hätten hinweisen können. Auch die Untersuchung der Motoren und Ventile des Pools ergaben dem Bericht zufolge keine Mängel. Das Schwimmbecken wurde am Donnerstag wieder zur Nutzung geöffnet. Der Betreiber erklärte via Facebook, die Polizei habe dies genehmigt.

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