28. Dezember 2019 15:14

Chronik

Ursachenforschung nach Flugzeugabsturz in Kasachstan

Nach dem Flugzeugabsturz mit zwölf Toten in Kasachstan in Zentralasien dauert die Suche nach der Unglücksursache an. Innenminister Jerlan Turgumbajew versprach am Samstag eine gründliche Untersuchung aller Umstände, die zu dem Unglück geführt hätten, wie kasachische Medien berichteten. Dazu gehöre auch der Zustand des Flugzeuges.

Die Blackbox mit den Flugdaten soll am Sonntag in die russische Hauptstadt Moskau gebracht und dort ausgewertet werden. Die Maschine vom Typ Fokker-100 hatte am Freitag kurz nach dem Start an Höhe verloren und war in ein unbewohntes Haus in einer Wohnsiedlung in der Nähe des Airports von Almaty gekracht. Die Behörden untersuchen, ob menschliches Versagen, ein technischer Fehler oder das Wetter schuld für das Unglück waren.

Es starben mindestens zwölf Menschen. Die Mehrzahl der fast 100 Menschen an Bord der Maschine der kasachischen Fluggesellschaft Bek Air überlebte. Viele von ihnen kamen in Krankenhäuser. Den Ärzten sei es gelungen, den Gesundheitszustand weiterer Patienten zu stabilisieren, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Kamalschan Nadyrow am Samstag. Sieben Menschen galten demnach als schwer verletzt, der Zustand von 42 anderen Patienten wurde als stabil bezeichnet.

In Kasachstan war am Samstag ein nationaler Tag der Trauer. Präsident Kassym-Schomart Tokajew bedankte sich via Twitter für die große Anteilnahme. Das Unglück hat das Land unmittelbar vor den Neujahrsferien erschüttert. Viele Menschen besuchen in diesen Tagen ihre Familien.

Die Fluglinie Bek Air musste ihren Betrieb auf Anordnung der Behörden vorübergehend einstellen. Über eine mögliche Starterlaubnis soll Medienberichten zufolge frühestens am 10. Jänner entschieden werden. Auch die Flüge mit Fokker-100-Maschinen waren bis zur Klärung der Unglücksursache verboten. Kasachstan wird autoritär regiert.

Es handelt sich um das schwerste Flugzeugunglück seit Jahren in dem ölreichen Steppenstaat. Zuletzt starben dort bei Abstürzen 2012 und 2013 jeweils mehr als 20 Menschen.

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