3. Januar 2020 21:32

Politik

USA schicken rund 3.000 zusätzliche Soldaten in Nahen Osten

Nach der Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani entsenden die USA tausende zusätzliche Soldaten in den Nahen Osten. Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums sagte am Freitag, es würden rund 3.000 Soldaten in die Region geschickt. Die Tötung Soleimanis durch einen US-Drohnenangriff hat Sorgen vor einer Gewalteskalation geweckt, der Iran hat Vergeltung angedroht.

Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme angesichts einer verstärkten Bedrohung für amerikanische Kräfte in der Region, verlautete aus Washingtoner Regierungskreisen. Die Truppen der 82. Luftlandedivision würden sich den rund 750 Soldaten anschließen, die in den vergangenen Tagen schon nach Kuwait geschickt worden seien, hieß es. US-Verteidigungsminister Mark Esper strich unterdessen seine Urlaubspläne. Esper verzichte auf seinen für im Jänner geplanten Urlaub, hieß es am Freitag aus Regierungskreisen gegenüber Reuters.

Der Oberste Nationale Sicherheitsrat des Iran hat den USA unterdessen "schwere Vergeltung am richtigen Ort zur richtigen Zeit" angedroht. Der "kriminelle" Angriff auf General Soleimani sei "der größte Fehler", den die USA in der Region begangen hätten, teilte der Nationale Sicherheitsrat am Freitag in Teheran mit.

"Amerika wird den Konsequenzen dieser Fehleinschätzung nicht einfach ausweichen können", erklärte das höchste iranische Gremium für Verteidigungsangelegenheiten. Soleimani war in der Nacht zu Freitag bei einem von US-Präsident Donald Trump befohlenen Angriff nahe des Flughafens von Bagdad getötet worden. Er war Kommandant der berüchtigten al-Quds-Brigaden, die zu den iranischen Revolutionsgarden gehören und für Auslandseinsätze zuständig sind. Bei dem Angriff war auch der Vize-Chef der pro-iranischen Hashed-al-Shaabi-Milizen im Irak, Abu Mehdi al-Muhandis, getötet worden.

US-Präsident Donald Trump beteurte, er wolle weder einen Krieg mit dem Iran, noch einen Regimewechsel in Teheran. "Wir haben vergangene Nacht gehandelt, um einen Krieg zu stoppen", sagte Trump am Freitag in seinem Golfclub in Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida. "Wir haben nicht gehandelt, um einen Krieg zu beginnen."

"Wir wollen keinen Regimewechsel", fügte Trump hinzu, also einen Sturz der Regierung in Teheran. Der Iran müsse aber seine Aggressionen im Nahen Osten und die "Destabilisierung" seiner Nachbarn "jetzt" beenden. Er sei bereit alles zu tun, was nötig sei, um Amerikaner zu schützen, betonte Trump.

Soleimani sei der weltweite "Terrorist Nummer 1" gewesen, sagte Trump in seiner ersten Ansprache zur Tötung des einflussreichen Generals. Der Kommandant der berüchtigten al-Quds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden habe "unmittelbar bevorstehende und finstere Angriffe auf US-Diplomaten und Militärangehörige" geplant. "Wir haben ihn auf frischer Tat ertappt und ausgeschaltet", sagte Trump.

Der Tod unschuldiger Menschen sei Soleimanis "kranke Leidenschaft" gewesen, sagte der US-Präsident. Der General habe zu Terrorplänen an weit entfernten Orten wie "Neu Delhi und London" beigetragen. 20 Jahre lang sei Soleimani zudem für "Terrortaten zur Destabilisierung des Nahen Ostens verantwortlich" gewesen. Seine "Herrschaft des Terrors" sei nun vorbei.

"Was die USA gestern getan haben, hätte schon vor langer Zeit getan werden sollen", sagte Trump. "Dann wären viele Menschenleben gerettet worden."

"Unter meiner Führung ist die US-Politik gegenüber Terroristen, die Amerikanern schaden oder schaden wollen, eindeutig", sagte der US-Präsident. "Wir werden euch finden. Wir werden euch ausschalten. Wir werden immer unsere Diplomaten, Soldaten, alle Amerikaner und unsere Verbündeten schützen."

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