31. Dezember 2018 14:14

Politik

Verschärfte Debatte über Bootsflüchtlinge in Großbritannien

Die Debatte über Bootsflüchtlinge in Großbritannien hat zum Jahreswechsel weiter an Schärfe zugenommen. Medienberichten zufolge wurden auch am Montag Migranten an Englands Kanalküste aufgegriffen, die in einem kleinen Boot den Ärmelkanal überquert hatten.

Der BBC zufolge versuchten zwischen Anfang November und Ende Dezember mehr als 220 Menschen, mit kleinen Booten über die Meerenge zwischen Frankreich und Großbritannien zu gelangen. Innenminister Sajid Javid stufte die Lage als "schwerwiegendes Ereignis" ein. Er hatte am Wochenende einen Familienurlaub abgebrochen und am Montag einen Krisenstab einberufen.

Großbritannien und Frankreich würden ihre Zusammenarbeit verstärken, schrieb Javid in einem Gastbeitrag im "Telegraph". Ein "erweiterter Aktionsplan" werde noch in dieser Woche umgesetzt. Er gab aber auch zu, die Gründe hinter den erhöhten Überfahrten seien "komplex und in vielen Fällen außerhalb unserer Kontrolle". Es gebe keine einfachen Lösungen.

Wachsende Kritik kam auch von der Opposition. Labour-Innenexpertin Diane Abbott warf der Regierung vor, die Lage für die Mitte Jänner anstehende Parlamentsabstimmung über das mit Brüssel ausgehandelte Brexit-Abkommen auszunutzen. "Die Leute werden mit Einwanderungsfragen aufgestachelt, weil die Regierung denkt, dass es der beste Weg ist, um die Leute dazu zu bringen, für ihren Deal zu stimmen", sagte Abbott dem "Guardian".

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