4. Januar 2020 17:34

Sport

Vlhova triumphiert im Zagreb-Slalom - Liensberger Dritte

Ski-Superstar Mikaela Shiffrin ist die fünfte Schneekönigin-Krone vorerst verwehrt geblieben. Den Sieg beim Damen-Slalom in Zagreb holte sich am Samstag erstmals die Slowakin Petra Vlhova, die Shiffrin nach Laufbestzeit in beiden Durchgängen mit 1,31 Sekunden Vorsprung auf Rang zwei verwies. Katharina Liensberger stand als Dritte erstmals in dieser Saison bei einem Weltcup-Slalom auf dem Podest.

Für die Vorarlbergerin, die bereits 3,49 Rückstand auf Vlhova hatte, war es der zweite dritte Platz innerhalb einer Woche, nachdem sie das auch beim Riesentorlauf in Lienz geschafft hatte. Insgesamt durfte sie sich über ihr drittes Podium im Ski-Weltcup freuen - jeweils war sie Dritte. "Ich bin so dankbar", meinte die 22-Jährige. "Es hat so viel Spaß gemacht zu fahren. Es hat mir alles abverlangt."

Mit Katharina Truppe, die Siebente wurde, landete eine zweite Österreicherin in den Top Ten. "Den siebenten nehme ich heute sehr dankbar an. Ich bin froh, dass es doch wieder geht", zeigte sich die Kärntnerin zufrieden. Auch Chiara Mair (15.), Franziska Gritsch (20.) und Michaela Dygruber (26.) holten Weltcup-Punkte. Katharina Huber rutschte im ersten Durchgang nach der ersten Zwischenzeit aus, Katharina Gallhuber verpasste mit einem total verhauten Lauf um zwei Zehntelsekunden den zweiten Abschnitt.

Die Basis für ihren elften Weltcup-Sieg legte Vlhova mit einem fehlerfreien ersten Lauf mit Startnummer eins, an der sich alle Konkurrentinnen die Zähne ausbissen. Auch Shiffrin, die sich im oberen Teil der kompakten, harten Piste einen Patzer leistete, den sie nicht mehr wettmachen konnte. 1,16 Sekunden betrug der Rückstand der Weltcup-Gesamtführenden zur Pause. Die Halbzeit-Dritte Wendy Holdener aus der Schweiz lag schon 1,81 zurück, die viertplatzierte Liensberger 1,99.

Im Finale gelang Shiffrin, die im Zielraum sofort von ihren Eltern Aufmunterung erhielt, keine Aufholjagd mehr. Obwohl sie angriff, nahm ihr Vlhova noch 15 Hundertstel ab. Die 24-jährige US-Amerikanerin hatte 2013, 2015, 2018 und 2019 in Zagreb gewonnen - mit einem durchschnittlichen Vorsprung von 1,43 Sekunden. Vier Siege waren sonst nur noch Marlies Raich (Schild) auf dem Sljeme gelungen.

"Ich erwarte nie, zu gewinnen. Ich muss immer auf den Punkt alles richtig machen", gab sich Shiffrin als faire Verliererin. "Heute war sie einfach zu stark", fügte sie hinzu. "Endlich habe ich beide Läufe wirklich perfekt hingebracht", freute sich dagegen Vlhova. "Ich habe gewusst, dass Miki wirklich schnell war. Ich musste also voll riskieren." Das gelang der 24-Jährigen auch, die mit lauten "Petra, Petra"-Sprechchören im Ziel bejubelt wurde.

Lob gab es nicht das erste Mal in Zagreb für die Piste. "Eigentlich perfekt", meinte Shiffrin nach dem ersten Durchgang. "Super beieinander", sagte Liensberger. "Sie ist sehr eisig, trotzdem ist ein bisschen ein Grießschnee drauf, der durchs Rutschen aber rausgegangen ist." Die Temperatur lag gegen Mittag fast bei zehn Grad.

© APA
2019 © PULS 4 TV GmbH & Co KG | IMPRESSUM | DATENSCHUTZ