22. November 2018 12:25

Kultur

Vorarlberger Schriftsteller Gerhard Jäger (52) gestorben

Der Vorarlberger Schriftsteller Gerhard Jäger ist im Alter von 52 Jahren gestorben. Der Autor, der mit seinem zweiten Roman "All die Nacht über uns" erst kürzlich auf der Shortlist für den Österreichischen Buchpreis stand, starb am Dienstag an den Folgen einer Gehirnblutung, wie der Picus Verlag sowie die "Tiroler Tageszeitung" berichten. Bei dieser Zeitung war Jäger früher als Redakteur tätig.

1966 in Dornbirn geboren, arbeitete Jäger zunächst als Behindertenbetreuer, Lehrer und Vertreter im Außendienst. Er absolvierte eine Journalistenausbildung und arbeitete als freier Journalist und Redakteur. 1994 erhielt er ein Nachwuchsstipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst, 1996 den Vorarlberger Literaturpreis für einen unveröffentlichten Roman, aus dem sein späterer Debütroman "Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod" (2016) entstand.

In der "TT"-Lokalredaktion in Imst arbeitete Jäger ab 1998, seit 2007 war er nach einem Sturz querschnittgelähmt und widmete sich via Sprachcomputer dem Schreiben von Büchern. Während er in "Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod" vom schneereichen Winter 1951 in einem Tiroler Bergdorf in einer Mischung aus Krimi und Heimatroman berichtete, konzentrierte er sich in "All die Nacht über uns" (2018) auf die Gegenwart und erzählte von einem Soldaten, den in einer langen Nacht an der Grenze Zweifel an seiner Mission des Abfangens von Flüchtlingen befallen. Ein Buch, befand die Jury zum Österreichischen Buchpreis, "das einen lange nicht loslässt".

"Seine kluge, herzliche Stimme wird fehlen", erklärte der Picus Verlag. Gerhard Jäger hinterlässt seine Ehefrau und eine Tochter.

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