16. Januar 2020 19:01

Sport

Walkner auf vorletzter Dakar-Etappe Zweiter

Der Salzburger Matthias Walkner hat am Donnerstag seinen ersten Etappensieg bei der heurigen Rallye Dakar knapp verpasst. Der Gewinner 2018 landete auf der 11. Etappe von Shubaytah nach Haradh bei den Motorrädern nur neun Sekunden hinter Pablo Quintanilla (CHI), verbesserte sich damit gesamt auf Rang vier. Sein Rückstand auf seinen drittplatzierten KTM-Kollegen Toby Price (AUS) beträgt 7:19 Min.

Quintanilla halbierte seinen Rückstand auf US-Leader Ricky Brabec um rund die Hälfte auf 13:56 Min. Brabec kam auf dem über 744 km gelaufenen Teilstück - davon 379 km Sonderprüfungen - auf Rang zehn, verlor 11:48 Min. auf den Tagessieger. Der Honda-Pilot ist aber nach wie vor in einer komfortablen Position, steht doch am Freitag in Saudi-Arabien die Schlussetappe auf dem Programm. Es geht über 347 SP-Kilometer nach Qiddiya.

Die Auto-Wertung entschied Stephane Peterhansel für sich. Der Franzose, der die Dakar schon 13 mal gewonnen hat (siebenmal im Auto, sechsmal auf dem Motorrad), gewann zehn Sekunden vor dem Katarer Nasser Al-Attiyah (Toyota) und 8:03 Minuten vor seinem Mini-Kollegen Carlos Sainz. Der Spanier geht aber noch mit über zehn Minuten Vorsprung auf Al-Attiya (+10:17) und Peterhansel (+10:23) in die Schlussetappe über 477 Kilometer, davon 374 km Sonderprüfungen. Sainz steht vor seinem dritten Dakar-Sieg.

Walkner berichtete nach der Etappenankunft von einem ereignisreichen Tag. Gleich zu Beginn habe er eine Abrisskante übersehen und sei vier Meter ins Flache gesprungen: "Dabei habe ich mir ordentlich den Kopf angeschlagen. Danach war ich richtig munter." Er habe auf der extrem schnellen Etappe gewusst, dass die Möglichkeit zum Angreifen bestand. Seine aggressive Fahrweise brachte aber einen höheren Treibstoffverbrauch mit sich.

Er habe daher dann versucht, benzinsparend zu fahren, zwei bis drei Kilometer vor einem Tankstopp sei ihm aber das Benzin ausgegangen. "Ich habe das Motorrad auf die Seite gelegt, damit das ganze Benzin zusammenläuft und bin wieder weiter gefahren." Nach einem Kilometer das gleiche Spiel, so hat er es zum Auftanken geschafft. "Wenn das noch einen Kilometer früher passiert wäre, wäre ich nicht ins Ziel gekommen."

Allerdings habe er durch diese Pausen zwei bis drei Minuten und damit wohl den Etappensieg verloren. Mit Vollgas hat der 33-Jährige versucht, Boden wettzumachen. Dabei hatte er in ein, zwei Situationen ziemliches Glück, nicht gestürzt zu sein. "Die letzten 50 Kilometer habe ich noch mal so richtig angedrückt. Mit dem Motorrad und meinem Tempo war ich heute extrem zufrieden." Nun freue er sich auf das Finale: "Ich bin richtig motiviert."

Der niederländische Motorradfahrer Edwin Straver befindet sich indes nach einem Unfall bei der Rallye Dakar in einem kritischen Zustand. Laut der niederländischen Nachrichtenagentur ANP war der 48-Jährige am Donnerstag auf der elften Etappe nach Haradh gestürzt. Straver sei für rund zehn Minuten ohne Herzschlag gewesen. Ärzte hätten Straver wiederbelebt, ehe er per Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus nach Riad geflogen wurde. Dort wurde nach Angaben seiner Frau auch der Bruch eines Halswirbels festgestellt.

Erst am Sonntag war der portugiesische Motorradpilot Paulo Goncalves nach einem Sturz auf der siebenten Etappe gestorben. Der Tod des 40-Jährigen bei der Premiere des Events in Saudi-Arabien war der erste eines Fahrers bei der Rallye Dakar seit fünf Jahren gewesen.

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