17. Dezember 2019 10:56

Politik

WEF-Studie: Gleichberechtigung in Österreich verbessert sich

Österreich hat sich laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Sachen Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen verbessert. Im globalen Ranking des am Dienstag veröffentlichten "Global Gender Gap Index" legte Österreich gegenüber dem Vorjahr um 19 Punkte zu und liegt nunmehr auf Platz 34. Beim ersten Ranking im Jahr 2006 stand Österreich allerdings noch auf Platz 27.

Der Sprung nach vorne gegenüber dem Vorjahr gelang Österreich "aufgrund einer deutlich größeren Vertretung von Frauen sowohl in der Regierung als auch im Parlament", heißt es in dem Bericht. Auch beim Zugang von Frauen zur Bildung schneidet Österreich exzellent ab, hier liegt die Alpenrepublik zusammen mit 34 anderen Nationen an erster Stelle.

Weit hinten liegt Österreich dagegen bei der Gleichberechtigung in der Wirtschaft: Generell steht Österreich bei der wirtschaftlichen Partizipation von Frauen weltweit nur auf Rang 86 -, bei der Lohnschere - Bezahlung für gleiche Arbeit - landet Österreich sogar nur auf dem 108. Platz. Auch bei Gesundheit von Frauen liegt Österreich nur an 82. Stelle.

Erster in dem globalen Ranking zur Gleichberechtigung ist Island, dahinter rangieren Norwegen, Finnland, Schweden, Nicaragua, Neuseeland, Irland, Spanien, Ruanda und Deutschland. Schlusslicht ist der Jemen vor dem Irak, Pakistan und Syrien.

Der Bericht zeichne insgesamt ein gemischtes Bild, schreiben die Studienautoren. Im Bereich Bildung etwa hätten 40 von 153 untersuchten Ländern Gleichberechtigung tatsächlich voll erzielt. Auch wegen der größeren Repräsentanz von Frauen in der Politik habe sich die Gleichberechtigung verbessert. Dabei dürfe aber nicht übersehen werden, dass die politische Arena noch immer jener Bereich ist, in dem Frauen besonders schlecht gestellt seien.

"Es wird noch 95 Jahre dauern, um die Geschlechterlücke in der politischen Repräsentanz zu schließen", heißt es in der Studie. "2019 hatten Frauen 25,2 Prozent der Parlamentssitze (im Unterhaus) und 21,2 Prozent der Ministerposten."

In Aufsichtsräten und Vorständen von Unternehmen haben nur wenige Länder über ein Drittel Frauen, darunter Frankreich (43,4 Prozent), Island (43 Prozent), Norwegen (42,1 Prozent), Schweden (36,3 Prozent), Italien (34 Prozent), Finnland (32,8 Prozent), Deutschland (31,9 Prozent), Belgien (30,7 Prozent) und Dänemark (30,3 Prozent). Österreich kommt auf einen Anteil von 19,2 Prozent Frauen in Top-Positionen von Unternehmen.

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