3. März 2020 19:38

Chronik

Weitere Coronavirus-Infektionen in Österreich

Österreich hat am Dienstag 24 offiziell bestätigte Erkrankte und ist damit bei den bisherigen Coronavirus-Fällen "relativ stabil", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Zuletzt wurden drei Fälle im Unternehmen eines schwer erkrankten Wiener Juristen bekannt. Die Kanzlei hatte zuvor alle Mitarbeiter privat bei einem deutschen Institut testen lassen.

Die drei Fälle traten im Unternehmen eines schwer erkrankten Wiener Juristen auf, der seit geraumer Zeit im Krankenhaus auf der Intensivstation behandelt wird. Nachdem feststand, dass sich der Anwalt mit dem SARS-CoV-2-Erreger infiziert hat, wurden alle Mitarbeiter privat von einem deutschen virologischen Institut getestet, ohne Anordnung der Behörden. Von den bisher untersuchten Mitarbeitern der Kanzlei waren über 200 Tests negativ, Mitarbeiter, die noch kein Ergebnis in Händen haben, arbeiten vorerst im Homeoffice, war von dem Unternehmen am Nachmittag mitgeteilt worden.

Michael Binder, medizinischer Direktor des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) betonte, es sei unklar, wie viele Personen in Österreich tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert sind. "Derzeit können wir es nicht sagen. Wir wissen aber, dass nur ganz wenige Menschen mit symptomhafter Coronavirus-Erkrankung bekannt sind", sagte Binder. Er ging davon aus, "dass nur eine kleine Menge mit nicht erkannter Coronavirus-Erkrankung derzeit vorhanden ist".

Jedenfalls können nicht "alle Symptomlosen" getestet werden. Denn der Test "ist weder zu 100 Prozent sensitiv noch spezifisch" - das heißt, damit können "nicht alle tatsächlich Erkrankten ganz genau" erkannt werden. "Wenn wir ungefiltert Menschen ohne Symptome oder Bezug zu dieser Erkrankung testen, würden wir eine sehr große Anzahl falsch-positiver Ergebnisse haben", erklärte der KAV-Direktor. "Wir sind das einzige Land in Europa, das derzeit auch einen Großteil der entsprechenden Absonderungsmaßnahmen vor Ort zu Hause durchführt", betonte der Gesundheitsminister. Der heimische Weg sei auch "sehr klug, weil er Ressourcen spart in den Spitälern, die werden wir noch brauchen", meinte Anschober.

In Niederösterreich können seit Dienstag mobile Coronavirustests durchgeführt werden, damit Verdachtsfälle das Haus nicht mehr verlassen müssen. Vier Teams sind unterwegs, in Kärnten soll das Rote Kreuz ab kommendem Freitag mobile Tests vornehmen.

Auf dem Flughafen Wien in Schwechat sind am Dienstag wieder Fiebertests aufgenommen worden. Gescannt werden Passagiere von Direktverbindungen aus dem Iran und Südkorea, teilte die niederösterreichische Landessanitätsdirektorin Irmgard Lechner in St. Pölten mit.

Das Gesundheitsministerium listete Dienstagabend auf seiner Homepage nunmehr 24 bestätigte Erkrankungsfälle für Österreich auf: Wien (14), Niederösterreich (3), Tirol (2), Salzburg (2), Steiermark (3). Bisher wurden demnach 2.683 Testungen durchgeführt.

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