11. Januar 2020 16:27

Chronik

Wetterbedingungen bescheren Australiens Feuerwehr Atempause

In den Buschbrandgebieten Australiens haben mildere Temperaturen und leichter Regen der Feuerwehr eine kleine Atempause verschafft. Die günstigeren Wetterbedingungen sollen rund eine Woche andauern. Dies könnte der Feuerwehr bei dem Versuch helfen, die Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Die Behörden warnten indes, die verheerenden Brände dürften noch lange andauern.

In der Nacht auf Samstag herrschten zunächst noch weiter katastrophale Bedingungen, nachdem unter anderem zwei Brände in den Bundesstaaten New South Wales und Victoria zu einem Mega-Feuer zusammengewachsen waren. Die Regierungschefin von New South Wales, Gladys Berejiklian, sprach am Samstag von einer "sehr langen und schwierigen Nacht". Glücklicherweise habe es keine Todesopfer und keine substanziellen materiellen Verluste gegeben.

In der Stadt Wodonga mussten in der Nacht auf Samstag Bewohner in Sicherheit gebracht werden. In New South Wales waren mehr als 3.500 Feuerwehrleute im Einsatz. Dort loderten Samstagfrüh noch immer mehr als 140 Brände.

Trotz der am Samstag eingetretenen günstigeren Wetterbedingungen warnten die Behörden, dass die Buschbrandsaison noch lange anhalten werde. Die seit Monaten andauernde Krise sei "noch lange nicht vorbei", sagte der Regierungschef des Bundesstaats Victoria, Daniel Andrews. Feuerwehrvertreter sagten der Nachrichtenagentur AFP, der nun eingetretene Regen sei zwar "fantastisch", reiche aber nicht, um die Feuer zu löschen.

Am Samstagabend hat die Oper in Sydney mit einer bunten Fotoshow auf den Außenflächen des markanten Gebäudes ihre Unterstützung für die Betroffenen der australischen Buschbrände und die Helfer gezeigt. Über mehrere Stunden waren dort projizierte Fotos von Feuerwehrleuten und Rettungskräfte im Einsatz zu sehen.

"Heute Abend erleuchten wir die Segel des Opernhauses von Sydney, um unsere Unterstützung für alle zu zeigen, die von den australischen Buschbränden betroffen sind", war im Twitter-Feed des Opernhauses zu lesen. "Wir wollen eine Botschaft der Hoffnung und Stärke senden, und besonders den Rettungskräften und Freiwilligen für ihren unglaublichen Einsatz und ihren Mut danken", hieß es dort weiter.

Durch die Brände sind bisher mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen. Die Flammen zerstörten eine Fläche von rund zehn Millionen Hektar - größer als Österreich. Mehr als 2.000 Häuser wurden zerstört. Laut einer Studie der Universität Sydney kamen außerdem schätzungsweise mehr als eine Milliarde Säugetiere, Vögel und Reptilien durch die Feuer um. Bilder der NASA zeigen, wie der Rauch 17 Kilometer in die Atmosphäre steigt.

Ein namhafter Umweltforscher warnte unterdessen davor, die abgebrannten Bäume und Sträucher gleich wegzuräumen. Die beschädigte Vegetation biete weiterhin einen wichtigen Lebensraum für Tiere, erklärt David Lindenmayer von der Australian National University in Canberra. "Feuer brennen ungleichmäßig. Kleine unverbrannte Stellen, halb abgebrannte Baumstämme und tote oder brandgeschädigte Bäume bleiben häufig zurück", sagt der Wissenschafterweiter. "Unsere Forschung hat gezeigt, dass diese Stellen und Überreste von Gehölz für die Erholung der Tierpopulationen sehr wichtig sind."

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