27. November 2019 12:21

Chronik

Wirbel wegen Notruf-Mitschnitts bei Polizei in Steiermark

Ein Mitschnitt eines Notruftelefonats bei der Polizei in der Steiermark, das der Wochenzeitung "Falter" zugespielt wurde, sorgt für Wirbel: Ein hochrangiger steirischer Polizist hatte angerufen, um eigentlich ein möglicherweise unerlaubtes Feuerwerk zu melden. Doch als er trotz Namensnennung nicht vom Beamten am anderen Ende der Leitung erkannt wird, drohte er, ihm "die Wadl virezurichten".

Der Vorgesetzte beorderte den Polizisten im entsetzten, schon etwas ausfälligen Ton zum Termin in sein Büro, wo der junge Kollege alle Führungskräfte auswendig aufzählen sollte: "Und wenn Sie sie nicht kennen, dann werden wir ein Disziplinarverfahren einleiten. Haben Sie mich verstanden?", setzte der leitende Beamte scharf nach.

Das Innenministerium informierte am Mittwoch, dass - zumindest vorübergehende - Konsequenzen gezogen wurden: Eine dienstrechtliche Prüfung wurde eingeleitet. Bis diese abgeschlossen sei, wird der hochrangige Beamte in das Bundesamt für Fremdenwesen und Aysl in der Steiermark versetzt.

Zuvor hatte Fritz Grundnig von der Landespolizeidirektion Steiermark bestätigte, dass das Telefonat so stattgefunden hatte - und zwar schon Anfang September. Wenige Tage danach habe es zwischen den Beteiligten und Landespolizeidirektor Gerald Ortner ein klärendes Gespräch gegeben. Damit sei die Sache intern aus der Welt geschafft. Disziplinäre Maßnahmen gebe es für keinen, so Grundnig. Wenig später folgte dann die Stellungnahme des Innenministeriums.

Da der Mitschnitt aus der Notrufzentrale an die Öffentlichkeit gelangt ist, wird nun "gegen unbekannt" wegen Amtsmissbrauchs und Verletzung des Amtsgeheimnisses ermittelt, sagte Grundnig. Er betonte, dass nicht gegen den Beamten, der den Notruf entgegennahm, ermittelt wird. Der leitende Polizist wolle in der Angelegenheit keine Stellungnahme abgeben, hieß es.

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