4. Januar 2020 10:09

Sport

Zagreb als Auftakt zum "Super-Jänner" für Slalomfahrer

Zagreb, Madonna di Campiglio, Adelboden, Wengen, Kitzbühel, Schladming - für die alpinen Ski-Herren stehen im Jänner gleich sechs Spezialslaloms auf dem Programm. Zeit zum Verschnaufen bleibt da in den kommenden Wochen kaum, doch die Vorfreude auf die großen Klassiker überwiegt. "Auf das arbeitet man das ganze Jahr hin", meinte ÖSV-Ass Marco Schwarz vor dem Startschuss in Zagreb am Sonntag.

"Die Warterei auf den Jänner ist Gott sei Dank einmal fertig", begrüßte auch Christian Hirschbühl das dichte Programm. "Jetzt ist jede Woche Rennen, von dem her ist es sehr positiv, dass man sich jede Woche beweisen kann und dementsprechend an seinen Zielen arbeiten kann", betonte der Vorarlberger. Zum Problem sollten die vielen Einsätze nicht werden. "Das weiß man schon seit Ewigkeiten, dass der Jänner intensiv ist. Es geht jedem gleich."

Fünf der sechs Rennen haben seit Jahren ihren mehr oder weniger fixen Termin im ersten Monat des Jahres. Heuer ist aber noch ein Slalom dazugekommen. Weil in dieser Saison die Südtirol-Events in Gröden und Alta Badia auf etwas spätere Daten fielen, war für Madonna vor Weihnachten kein Platz mehr. Der Flutlicht-Bewerb wurde somit ins neue Jahr verschoben und findet am kommenden Mittwoch zwischen Zagreb und Adelboden statt.

Für die österreichischen Slalomfahrer hieß es, die Zeit um Weihnachten mit Training in der Nähe der eigenen Heimat gut zu nutzen. Brauchbare Pisten waren auch wegen des lange zu warmen und nassen Wetters nicht im Überfluss vorhanden. Die Temperaturen gingen dann aber doch nach unten, was die Sache erleichterte. Michael Matt etwa trainierte vor dem Jahreswechsel in St. Anton am Arlberg, Schwarz wurde in Kärnten fündig.

"Ich habe daheim ein sehr gutes Training gehabt, war drei Tage in St. Oswald bei Bad Kleinkirchheim", verriet der Allrounder, der die Kombination in Bormio ausließ und stattdessen auf eisigen Verhältnissen an seinen kurzen Schwüngen arbeitete. "Jetzt bin ich wieder gut erholt und freue mich richtig auf den Technik-Jänner." Als 13. in Val d'Isere klopfte Schwarz zuletzt schon wieder bei der Slalom-Elite an.

Dort ist aus dem ÖSV-Lager vor allem Matt derzeit zu Hause, dem auch am Sonntag ein Spitzenresultat zuzutrauen ist. Für den Vize-Weltmeister ist Zagreb "vom Hang nichts Spezielles, aber ein lässiges Rennen. Ich bin da schon einmal knapp am Sieg vorbei", erinnerte der Tiroler an 2018, als er von Marcel Hirscher nur um fünf Hundertstelsekunden geschlagen wurde.

"Es ist ein Hang, wo man von ganz oben bis unten attackieren muss, wo man Gas geben muss. Das kommt mir sehr entgegen", sagte der Vorjahres-Dritte Manuel Feller, der nach der Pause wegen seines Bandscheibenvorfalls sein Comeback gibt. Die letzten Trainings absolvierten die Österreicher am Freitag und Samstag am Hochstein in Lienz. "Wir haben da perfekte Bedingungen", sagte Hirschbühl.

In Zagreb standen die Rennen dieses Jahr knapp vor der Absage. "Bis vor sieben Tagen hatten wir im Dezember keinen einzigen kalten Tag", eröffnete Vedran Pavlek, der General Manager des Organisationskomitees. Nur dank außertourlicher Kunstschnee-Produktion und unzähliger Extraschichten der Pistenarbeiter sei es rechtzeitig vor der Schneekontrolle durch die FIS am 26. Dezember gelungen, einen kompakten Untergrund zu schaffen.

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