3. Januar 2020 15:23

Politik

Zehntausende Iraner demonstrieren gegen "Verbrechen" der USA

Nach der Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani durch einen gezielten US-Angriff im Irak sind in Teheran und anderen iranischen Städten zehntausende Demonstranten auf die Straße gegangen. Sie protestierten im Anschluss an die Freitagsgebete in der iranischen Hauptstadt gegen die "Verbrechen" der USA, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP am Freitag berichtete.

Teilnehmer riefen "Tod für Amerika" und zeigten Plakate mit Bildern Soleimanis. Viele ältere Männer und Frauen nahmen an den Protestzügen im Iran teil, einige hielten Porträts des geistlichen Oberhaupts Ayatollah Ali Khamenei in die Höhe, andere trauerten offen um Soleimani und weinten. "Die Achse alles Bösen ist Amerika, die Losung der Religion und des Koran ist der Tod Amerikas", skandierten sie.

Eine Gruppe von Männern riss Löcher in eine US-Flagge und steckte sie in Brand. Ali Bakhshi, ein älterer Geistlicher, kommentierte den US-Angriff mit den Worten: "Das war ein guter Schachzug. Jetzt wird die ganze Welt erkennen, wer der Terrorist ist."

Unter den Protestierenden in Teheran waren auch dutzende Mitglieder der Revolutionsgarden in Uniform. "Ich denke, Amerika ist ein großes Risiko eingegangen und wird seine Antwort darauf erhalten", sagte ein Garde-Mitglied der Nachrichtenagentur AFP. "Ich glaube nicht, dass ein Krieg ausbrechen wird. Sie sind nicht mutig genug, sich einer direkten Konfrontation mit uns zu stellen", sagte er. Aber es werde "eine vernichtende Antwort" geben.

Auch in den Städten Arak, Bojnourd, Hamedan, Hormozgan, Sanandaj, Semnan, Shiraz und Yasd gingen die Menschen auf die Straße, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. In Soleimanis Heimatstadt Kerman versammelten sich Trauernde spontan zu Kundgebungen auf der Straße.

Das iranische Staatsfernsehen unterbrach anlässlich des Todes Soleimanis sein Programm und strahlte eine Sendung über das Wirken des Elite-Generals in der Region aus. Ein schwarzes Trauerband wurde eingeblendet sowie eine Fotomontage mit Bildern des lächelnden und betenden Soleimani.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres rief zu "maximaler Zurückhaltung" auf. "Die Welt kann sich keinen weiteren Golf-Krieg leisten", sagte Guterres laut Mitteilung der Vereinten Nationen am Freitag in New York. Er habe sich immer für eine Deeskalation in der Golf-Region eingesetzt und die jüngste Eskalation beunruhige ihn zutiefst, sagte der UN-Chef weiter.

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