16. Oktober 2019 14:03

Chronik

Zwei Todesfälle bei Hermes beschäftigen deutsche Polizei

Nach dem Tod zweier Mitarbeiter eines Paketdienstleisters in Deutschland war die Polizei auf der Suche nach der Ursache und möglichen Zusammenhängen. Bisher werde nicht wegen Totschlags oder Vergiftung ermittelt, sagte Polizeisprecher Frank Küssner am Mittwoch. Man suche nach der Todesursache.

Die Obduktionen, die Aufklärung bringen sollen, wurden zunächst zurückgestellt. Spezialisten der Berliner Polizei für chemische und toxische Stoffe waren am Nachmittag gemeinsam mit einer Tatortgruppe im Einsatz, um das Risiko für medizinisches Personal und Ermittler zu minimieren. Unterdessen stand die Arbeit in dem Logistikzentrum in Haldensleben (Sachsen-Anhalt) seit Dienstagabend still und konnte nicht wie geplant am Nachmittag wieder aufgenommen werden.

Auf dem Gelände des Versandzentrums war in der Nacht auf Dienstag zunächst ein Toter entdeckt worden. Der 58-Jährige soll zusammengebrochen und dort gestorben sein. Laut Geschäftsführer handelt es sich um einen Mitarbeiter aus der Betriebstechnik. Am Nachmittag wurde dann in Haldensleben in einem Transportfahrzeug von Hermes ein weiterer Mitarbeiter tot gefunden. Der 45-Jährige saß leblos auf dem Fahrersitz. Den Verdacht auf einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen habe die Polizei angestoßen, sagte der Geschäftsführer. Er selbst habe zunächst keine Verbindung hergestellt.

Zunächst war zudem von einem weiteren schwer verletzten Mitarbeiter die Rede gewesen. Dazu sagte der Geschäftsführer: "Der ist überhaupt nicht schwer verletzt. Der hatte einen epileptischen Anfall. Der Kollege hat eine Vorgeschichte. Das war nicht das erste Mal, dass er sowas hatte." Dem Mitarbeiter gehe es wieder gut.

Die ungewöhnliche Häufung der Unglücksfälle am Dienstag führte bis in den frühen Mittwochmorgen hinein zu einem Großeinsatz der Feuerwehr. 120 Kräfte waren im Einsatz. Der Betrieb im Versandzentrum Haldensleben mit 3.000 Mitarbeitern wurde in der Nacht auf Mittwoch vorsichtshalber vorübergehend eingestellt.

Zwischenzeitlich schuf der Fund geringster Mengen eines Stoffes an einem Paket am Mittwoch neue Aufregung. Laut Polizei könnte er in großen Mengen gefährlich sein. Die Feuerwehr öffnete deshalb alle Pakete in dem Transporter, in dem ein Mitarbeiter vor seinem Tod am Dienstag Pakete ausgeliefert hatte. Kurze Zeit später gab es Entwarnung.

Um aber sicherzugehen, dass bei einer Obduktion keine Gefahr für medizinisches Personal besteht, wurden die Polizeiexperten für chemische und toxische Stoffe um Unterstützung gebeten. Sobald diese grünes Licht gäben, würden die Obduktionen in Angriff genommen. Die Stadtverwaltung Haldensleben teilte unterdessen mit, dass es nach den derzeit vorliegenden Informationen keinerlei Gefährdung für die Bürger bestanden habe.

© APA