28. Oktober 2019 19:21

Politik

Zwei Verletzte bei Schüssen vor Moschee in Frankreich

Ein Mann hat vor einer Moschee im Südwesten Frankreichs das Feuer eröffnet und zwei Menschen schwer verletzt. Die Polizei nahm den mutmaßlichen Schützen kurze Zeit später in seinem Wohnhaus fest. Der 84-Jährige habe zunächst versucht, vor der Tür der Moschee in Bayonne Feuer zu legen. Dabei sei er von zwei Männern überrascht worden und habe auf diese geschossen.

Der mutmaßliche Täter hat sich in der Vergangenheit politisch bei den Rechten engagiert. Bei den Opfern handelt es sich um einen 74-jährigen und einen 78-jährigen Mann, sie kamen in ein Krankenhaus. Der mutmaßliche Schütze zündete außerdem ein Auto an und flüchtete anschließend. Er wurde an seinem Wohnhaus wenige Kilometer entfernt in Saint-Martin-de-Seignanx aufgegriffen. Medienberichten zufolge hatte er eine Gasflasche in seinem Auto, auch vor der Moschee sei Brandbeschleuniger gefunden worden.

Zum Tatmotiv gab es zunächst keine weiteren Informationen. Der mutmaßliche Täter war bis 2015 Mitglied der rechtsextremen Partei Front National (heute: Rassemblement National), wie ein Sprecher bestätigte. Allerdings sei er dann ausgeschlossen worden. Medienberichten zufolge hat er in der Vergangenheit bei einer Regionalwahl kandidiert. Parteichefin Marine Le Pen erklärte kurz nach der Tat auf Twitter, dass es sich um einen "unvertretbaren Akt" handle, der den Werten der Bewegung widerspreche.

Innenminister Christophe Castaner verurteilte die Tat und sprach der muslimischen Gemeinschaft Solidarität und Unterstützung aus. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte erst am Vormittag Vertreter des Dachverbands für den muslimischen Glauben getroffen. Der Vizepräsident des Verbands, Anouar Kbibech, sprach nach der Tat von einer Zunahme bei der Schwere der Angriffe gegen Muslime.

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilte die Attacke scharf. Es handle sich um einen "abscheulichen Angriff", man werde Hass in Frankreich niemals tolerieren, schrieb Macron auf Twitter. Es würden alle Anstrengungen unternommen, um die muslimischen Landsleute zu schützen, so der Staatschef weiter.

© APA